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Bosch zieht es ins vernetzte Haus
Ob Kaffeemaschine, Deckenlicht, Herd oder Heizung: Das so genannte Smart-Home-Konzept sieht die Vernetzung nahezu aller Geräte in einem Haus mit dem Tablet oder dem Smartphone vor. Bosch sieht das als Zukunftsmarkt. Foto: Bosch
Alle Aktivitäten zu Smart Home werden in einer neu gegründeten Tochter gebündelt

Bosch zieht es ins vernetzte Haus

Warum muss ein Raum beheizt werden, wenn niemand da ist? In vernetzten Häusern wird die Temperatur dann automatisch reduziert. Bosch glaubt an so genannte Smart Homes und bündelt diese Aktivitäten.

27.11.2015
  • THOMAS VEITINGER

Stuttgart. Das Licht im Wohnzimmer mit dem Computer-Tablet regeln, die Heizung von unterwegs per Smartphone starten: Das vernetzte Haus ist keine Vision mehr. Bislang blieb das Interesse an Produkten allerdings hinter den Erwartungen der Hersteller zurück. Bosch (Stuttgart) lässt sich davon nicht entmutigen und bündelt unter dem Dach einer neuen Tochtergesellschaft seine Aktivitäten rund um die Steuerung via Internet und Hauselektronik. Von Januar an sollen in der Robert Bosch Smart Home GmbH etwa Geräte zu kaufen sein, die Einbrüche melden und Sensoren, die geöffnete Türen und Fenster anzeigen.

"Es geht uns um eine organisatorische Bündelung und um einen neuen Marktauftritt", begründete ein Sprecher die Gründung. "Wir werden in einem Internet-Shop unsere Produkte anbieten." In den einzelnen Geschäftsbereichen wie Thermotechnik sollen Lösungen weiterhin erhältlich sein. Angst, dass die Nachfrage weiterhin mau bleibt, hat Bosch nicht. "Ausführliche Marktforschung und Nutzergespräche" ließen auf eine große Nachfrage schließen. "Sonst hätten wir die Tochtergesellschaft nicht gegründet", sagte der Sprecher. Im kommenden Jahr soll die Mitarbeiterzahl auf einen "niedrigen dreistelligen Bereich" ansteigen. Zu erwarteten Umsatzzahlen macht Bosch keine Angaben.

Die Stuttgarter sehen mehrere Gründe für ein steigendes Interesse am vernetzten Heim. So können Wohnungen und Häuser einfacher und kostengünstiger nachgerüstet werden. Früher musste schon beim Hausbau entsprechende Technik eingeplant werden. Dazu kommt, dass die Endgeräte wie Smartphones und Tablets einfacher mit Apps zu bedienen und in vielen Haushalten ständig präsent sind. Außerdem setzt Bosch auf offene Standards und Plattformen: Auch Geräte anderer Hersteller sollen sich einfach einbinden lassen. Datenschutz und Datensicherheit habe höchste Priorität, teilt Bosch mit. Die Nutzer dürften selbst entscheiden, wie ihre Daten genutzt werden.

Andere Unternehmen setzen ebenfalls auf das vernetzte Haus. So hatte Google im vergangenen Jahr das US-Unternehmen Nest für rund 3 Mrd. Dollar (2,8 Mrd. EUR) gekauft. Nest stellt unter anderem vernetzte Rauchmelder und Thermostate her. Das vernetzte Haus könnte bei der Energiewende eine wichtige Rolle einnehmen. So soll etwa die Waschmaschine von morgen selbsttätig anlaufen, wenn viel Strom durch regenerative Energien erzeugt wird und der Strompreis sinkt.

Bosch setzt auf die Gewöhnung der Anwender: "Wenn die Heizung automatisch geregelt und das Licht von selbst ein- und ausgeschaltet wird, will man das irgendwann nicht mehr missen."

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27.11.2015, 08:30 Uhr

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