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„Boschler“ fahren jetzt auch umsonst
Der Bosch-Standort in Feuerbach ist mit 12?500 Mitarbeitern der größte in Stuttgart. Foto: Firma Bosch
Luftreinhaltung

„Boschler“ fahren jetzt auch umsonst

Der Automobilzulieferer führt als zweites großes Unternehmen in Stuttgart ein Feinstaub-Ticket für seine Angestellten ein. Das Timing stimmt: Ab Sonntag ist wieder Alarm.

03.12.2016
  • DOMINIQUE LEIBBRAND

Stuttgart. Im September war beim Automobilzulieferer Bosch, einem der größten Arbeitgeber in der Region Stuttgart, von der Einführung eines eigenen Feinstaub-Tickets für Mitarbeiter noch keine Rede. Man setze auf flexible Arbeitszeitmodelle wie Homeoffice und Telefonkonferenzen hieß es seinerzeit mit Blick auf die Entscheidung des Sportwagenbauers Porsche, ebendieses Feinstaub-Ticket künftig anbieten zu wollen. Ein Vorstoß, dem Bosch nun doch folgt. Am Freitag teilte der Konzern mit: „Die Standorte von Bosch im Stuttgarter Stadtgebiet setzen an Tagen mit Feinstaub-Alarm auf den öffentlichen Nahverkehr.“

Die Vereinbarung, die mit dem Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) getroffen wurde, gilt ab Montag – was sich gut trifft, herrscht dann doch schon wieder Feinstaub-Alarm (siehe Infobox). Wie bei Porsche können die Bosch-Angestellten ihren Firmenausweis damit an Feinstaub-Alarm-Tagen als Ticket in Bussen und Bahnen nutzen. Sprich: Sie fahren umsonst. Die Fahrtkosten rechnen Bosch und der VVS über eine Pauschale ab. Die Kooperation mit dem Verkehrsverbund nannte Roland Bühler, Personalleiter in Stuttgart-Feuerbach, einen wichtigen Baustein. Sie ergänze bereits bestehende betriebliche Mobilitätsangebote für die Mitarbeiter. Zudem könne man so „die städtischen Maßnahmen bei einem Feinstaub-Alarm unterstützen“.

15 000 Mitarbeiter profitieren

Das Angebot gilt für rund 15 000 „Boschler“, die an Standorten des Unternehmens im Stadtgebiet tätig oder beruflich unterwegs sind. Die größte Niederlassung befindet sich mit rund 12 500 Kräften in Stuttgart-Feuerbach.

Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne), der bei Porsches Einstieg ins Feinstaub-Ticket von einem „Meilenstein“ sprach, zeigte sich erwartungsgemäß erfreut über die Nachricht: „Toll, dass mit Bosch ein weiterer großer Arbeitgeber vorangeht und zeigt, wie man die Themen Luftreinhaltung und nachhaltige Mobilität direkt zu den Mitarbeitern bringt.“ Bei Feinstaub-Alarm zähle jede Fahrt, die nicht mit dem Auto zurückgelegt werde. Er sei dankbar für die Unterstützung der großen Stuttgarter Unternehmen, aber auch des Mittelstands beim Bestreben, die Luft in Stuttgart besser zu machen, so Kuhn.

Porsche und Bosch sind zwar die einzigen Unternehmen, bei denen alle Mitarbeiter an Feinstaub-Alarm-Tagen, wenn sie wollen, umsonst fahren können. Doch auch andere engagieren sich. Bei der Industrie- und Handelskammer Stuttgart etwa können die Mitarbeiter, die sonst mit dem Auto zur Arbeit fahren, an Alarm-Tagen aber umsteigen, ihre Tickets einreichen und bekommen das Geld erstattet. Das Gros der Belegschaft komme aber sowieso schon mit Bus und Bahn, weil man das Firmenticket bezuschusse, teilt ein Sprecher mit. Der größte Arbeitgeber in Stuttgart, Daimler, ist ebenfalls beim Jobticket eingestiegen, und an Alarmtagen agiert die Firma über die Tochterfirmen Car2Go und Moovel, die Mobilitätspartner der Stadt sind und Rabattangebote während des Alarms machen. Auf der Mobilitätsplattform Moovel ist an Alarm-Tagen zudem jedes zweite Ticket umsonst.

Nachfrage unklar

Angeführt wird die Angebotspalette vom Feinstaub-Ticket des VVS. An Alarm-Tagen können Kunden ein Kinderticket ziehen und fahren damit zum halben Preis. Nach wie vor kann der VVS keine konkreten Angaben machen, wie das Ticket, das zum Start der Feinstaub-Saison am 15. Oktober eingeführt wurde, angenommen wird. Die Werte für Oktober lägen zwar vor, daraus Schlüsse zu ziehen, sei aber schwierig, sagt VVS-Geschäftsführer Horst Stammler. Grund: Die Daten der verschiedenen Ticketverkaufsstellen würden zu unterschiedlichen Stichtagen ausgewertet. Zudem habe es im Oktober erst am Ende des Monats einen Alarm gegeben. Für den November mit seinen vielen Alarm-Tagen hoffe man auf mehr Aussagekraft.

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03.12.2016, 06:00 Uhr

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