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Kommentar · Helmut Kohl

Botschaft aus Oggersheim

20.04.2016
  • GUNTHER HARTWIG

Helmut Kohl und Viktor Orban sind sich seit vielen Jahren persönlich zugetan. Dass der ungarische Ministerpräsident eine Deutschland-Visite nutzte, um den gesundheitlich schwer angeschlagenen Altkanzler in Ludwigshafen zu besuchen, war deshalb vor allem eine menschliche Geste.

Dennoch erhielt das private Treffen zugleich einen aktuellen politischen Anstrich. Das ließ sich im Schatten der europäischen Flüchtlingskrise und der vorausgegangenen Dispute gar nicht vermeiden, selbst wenn dahinter keine wohl kalkulierte Absicht der Beteiligten gestanden haben sollte.

Die unausgesprochene Botschaft, die Kohl und Orban aus Oggersheim sandten, war klar: Hier trafen sich zwei erklärte Kritiker der amtierenden Bundeskanzlerin, die der staunenden Öffentlichkeit allen Ernstes weismachen wollten, in Wahrheit gar nicht im Gegensatz zu Angela Merkels Einwanderungspolitik zu stehen. Die Fakten sprechen dagegen.

Dabei müssten Kohl und Orban gerade in dieser Frage Welten trennen. Der Pfälzer hat einst eigenhändig Schlagbäume an der deutsch-französischen Grenze umgelegt, um für ein vereintes Europa zu demonstrieren, während der Ungar die EU heute durch seine Strategie der Abschottung und Grenzschließung in eine tiefe Krise gestürzt hat. Merkel aber wird schon wissen, wie sie das Statement der beiden Brüder im Geiste einzuschätzen hat.

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20.04.2016, 06:00 Uhr

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