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Brahms

Brahms, vollendet

Nach der Einspielung aller Streichquartette und -quintette von Johannes Brahms hat das Mandelring Quartett das Projekt mit seinen beiden Streichsextetten beim Label Audite jetzt auf höchstem Niveau abgeschlossen.

27.04.2017
  • BURKHARD SCHÄFER

Für diese CD haben sich die Geschwister Nanette, Sebastian (Violine) und Bernhard Schmidt (Cello) sowie der Bratschist Andreas Willwohl mit Roland Glassl (2. Viola) und Wolfgang Emanuel Schmidt (2. Cello) prominente Verstärkung geholt. Glassl, der 2015 aus dem Mandelring Quartett ausgeschieden ist, hatte auch schon die Aufnahme der Streichquintette begleitet. Von Routine ist hier rein gar nichts zu spüren. Die Sextette sprühen nur so vor Leidenschaft, Dramatik und Energie.

Herr Schmidt, welchen Stellenwert haben die Werke von Brahms für Ihr Ensemble?

Sebastian Schmidt: Brahms‘ Kammermusik begleitet uns schon unser ganzes Quartettleben lang. Wir sind fasziniert von seinem Klangsinn und Erfindungsreichtum, seiner Intensität, der Innigkeit und Zartheit seiner Musik. Die Kommunikation zwischen den verschiedenen Stimmen ist plastisch und enorm vielfältig, insbesondere in den Quintetten und Sextetten. Hier geht er virtuos mit der größeren Zahl an Stimmen im Vergleich zu den Quartetten um. Und: Brahms komponiert hervorragend für Streicher!

Was macht Brahms‘ Streichsextette so herausragend, ja einzigartig?

Es ist ein großes Glück, dass es die beiden Sextette von Brahms gibt; nur wenige erstrangige Komponisten haben überhaupt für diese Besetzung geschrieben. Beide Werke sind kompositorisch von höchstem Niveau, sehr einfallsreich und pointiert. Zutiefst berührend finde ich die langsamen Sätze. Der des ersten Sextetts ist für mich einer der schönsten und gleichzeitig intensivsten überhaupt, und das Thema des Adagios im zweiten singen die beiden Geigen und die erste Bratsche in einer Innigkeit, wie ich sie mir größer nicht vorstellen kann.

Wie lautet das Credo, das Ideal des Mandelring Quartetts?

Ein Streichquartett ist etwas sehr Vielseitiges und Komplexes. Ich kann versuchen, unser Ideal durch eine Reihe von Begriffen abzustecken: intensive Beschäftigung mit den Werken, die aber trotzdem Platz lässt für Spontaneität. Sich gegenseitig verstärkende Energie im gemeinsamen Erleben und Fühlen. Anhaltende Neugier und Offenheit. Und große Freude darüber, sich mit den vielen wunderbaren Werken des Kammermusikrepertoires beschäftigen zu können.

Burkhard Schäfer

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27.04.2017, 06:00 Uhr

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