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Kommentar NSU

Brauner Sumpf

Schon wieder gibt es neue Hinweise, dass deutsche Behörden viel näher am NSU dran waren als bekannt.

08.04.2016
  • AXEL HABERMEHL

Diesmal haben Reporter recherchiert, dass ein rechtsradikaler V-Mann des Verfassungsschutzes NSU-Terroristen Arbeit gegeben haben soll; und vermutlich auch die Möglichkeit, unauffällig Autos zu mieten. Das alles kommt fünf Jahre nach dem Auffliegen des NSU raus. Man müsste sich schon sehr wundern - würde man sich im NSU-Kontext überhaupt noch über irgendetwas wundern.

Elf parlamentarische Untersuchungsausschüsse, ein Strafprozess, zig Inlandsspione und Polizisten haben dem Terrortrio und seinen Helfern nachgespürt - doch es sind immer wieder Reporter, die Verstrickungen von Verfassungsschutz und NSU aufdecken. Selbst dem staatstreuesten Bürger fällt es langsam schwer, zu glauben, dass der Verfassungsschutz die NSU-Morde nicht hätte verhindern können.

Ob jemals die "ganze Wahrheit" über den NSU bekannt wird, ist fraglich, vermutlich wurden zu viele Akten geschreddert. Trotzdem haben Politik, Behörden und Medien die Pflicht, weiter nachzuforschen. Nicht nur gegenüber den NSU-Opfern, sondern auch gegenüber künftigen Geschädigten: 372 per Haftbefehl gesuchte Neonazis waren im September 2015 untergetaucht. Täglich gibt es rechtsextrem motivierte Straftaten. Mehr als einmal pro Woche brennt ein Flüchtlingsheim.

Es gibt in diesem Land rechtsradikale Gewalt, die man Terrorismus nennen kann und die ermöglicht wird durch ein tragfähiges, vielköpfiges und lange ungestört gewachsenes Unterstützernetzwerk. Die Behörden müssen diesen Sumpf endlich trockenlegen. Wenn Sie das denn wollen.

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08.04.2016, 06:00 Uhr

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