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Sperrung bis November

Brückensanierung beim Hallenbad hat begonnen

Das Baugerüst mutet etwas futuristisch an und ist doch nur Voraussetzung für die Sanierung der Brücke beim Hallenbad. Das in die Jahre gekommene Bauwerk wird fürs Grünprojekt auf Vordermann gebracht.

08.09.2010
  • Martina Lachenmaier

Horb. Von Anfang an war der Fußgängersteg beim Hallenbad ein Sorgenkind. Beim Bau im Jahr 1972 hat ein Neckarhochwasser einen Stützpfeiler der Tragkonstruktion fürs Betonieren der Spannbetonbrücke weggerissen. Anschließend wurde die um einen Meter durchhängende Brücke wieder hochgedrückt und die entstandenen Schäden saniert. 38 Jahre hat die Brücke, die eigentlich gebaut wurde, um ein Abwasserrohr zu kaschieren, nun auf dem Buckel. Eine Generaluntersuchung förderte bei der Spannbetonbrücke Betonabplatzungen, Risse und Betongefügestörungen zu Tage. In undichte Fugen eindringendes Wasser und Frost haben zusätzlich dafür gesorgt, dass der Oberflächenschutz an den Brückenrändern abblättert.

Dass die Brücke saniert werden muss, ist der Stadt schon seit 2007 bekannt. Weil der Steg eine wichtige Ringschlussfunktion während des Grünprojekts hat und während des Grünprojekts die Last tausender Besucher zu tragen hat, konnte man die Sanierung nicht mehr länger hinausschieben. Sie ist mit 170 000 Euro veranschlagt.

„Jetzt muss erst einmal der ganze Belag runter“, sagt Otto Fellmeth. Er ist Polier und Fachmann für Betoninstandsetzung bei der ausführenden Firma ESB Kirchhoff aus Stuttgart. Mit einem kleinen Bagger bricht er den Gussasphalt scheibenweise von der Brücke. Darunter kommt der geschädigte Spannbeton zum Vorschein. Otto Fellmeth kratzt mit dem Pickel den Beton ein wenig an, und schon platzen kleine Betonteilchen aus dem Spannbeton.

Um jeden sanierungsbedürftigen Riss zu erkennen, wird die Brücke nach dem Entfernen des Belags erst einmal mit einem Hochdruckwasserstrahler gesäubert. Ein streichholzstarker Wasserstrahl sprüht dabei mit einem Druck von 20 000 Bar mühelos alle lockeren Betonteile weg. „Dann sehen wir weiter“, sagt der Polier. Geplant sei, die Brücke danach zu egalisieren. Aber wer weiß, „womöglich tauchen auch noch Überraschungen auf“. Das wirkliche Schadensausmaß lasse sich erst absehen, wenn alles aufgemacht ist. „Das ist wie beim Doktor. Der sieht auch erst wo’s fehlt, wenn er den Ranzen aufgeschnitten hat“, sagt Fellmeth.

Sind die Schäden offen gelegt, dann werden die Risse unter Druck mit einer Zementsuspension ausgepresst. Dieses Prozedere erfährt die Brücke nun schon das zweites Mal. Erstmals nach dem Bau-Unglück 1972. Damals hat man die beim Absacken entstandenen Risse mit Epoxidharz verpresst. Diese Maßnahme ist an den roten Verfärbungen auf dem Spannbeton noch deutlich zu erkennen. Sind die Risse verfüllt, dann wird gedämmt und der Oberflächenschutz, der keine Haftung mehr hat, erneuert. Zu guter Letzt erhält die Brücke ein neues und aus Sicherheitsgründen höheres Geländer und einen frischen sandfarbenen Anstrich.

Die Arbeiten laufen planmäßig ab, sagt Otto Fellmeth. Nur eines macht ihm Sorgen: „Die unbelehrbaren Fußgänger und Radfahrer, die die Absperrung ignorieren.“ Das ist gefährlich, weil auf der Brücke mit lauten Maschinen hantiert wird und die Bauarbeiter im Lärm keine Passanten wahrnehmen. „Wenn g’schafft wird, hat niemand auf der Brücke etwas verloren“, sagt Fellmeth. „Leider gibt es mehr Unvernünftige als Vernünftige“, bedauert er. Was ihn freut ist die idyllische Baustelle über dem Neckar. Sonst ist er häufig auf der Autobahn zugange und arbeitet täglich zwischen hunderttausenden vorbeirauschenden Fahrzeugen. „Da ist diese Baustelle auf der Neckarbrücke fast wie Urlaub.“

Info Wie Ottmar Meyer von den Technischen Betrieben der Stadt mitteilt, dauern die Arbeiten noch bis Ende November an. Solange bleibt der Steg gesperrt.

Brückensanierung beim Hallenbad hat begonnen
Otto Fellmeth, Polier bei ESB Kirchhoff, leitet die Sanierungsarbeiten des Fußgängerstegs beim Hallenbad. Es reicht, ein wenig mit dem Pickel zu kratzen, schon treten die Betonschäden zutage. Bilder: la

Brückensanierung beim Hallenbad hat begonnen
Beim Seebronner „Lamm“ sind Sockel und Ecken aus dem graugrünlichen Sandstein, der bis zum Anfang des vergangenen Jahrhunderts im Ort in großem Stil abgebaut wurde. Bild: Mozer

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08.09.2010, 12:00 Uhr

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