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Stefan und Daniel Baumann: Raufbrüder mit klaren Rollen

Brüder und Torhüter bei der TSG Tübingen

Brüder als Rivalen: In Stefan (25) und Daniel (20) Baumann ist seit dieser Saison ein Brüderpaar als Torhüter bei Fußball-Landesligist TSG Tübingen. Die Rollen sind dabei klar verteilt, doch der große Bruder sagt schmunzelnd: „Daniel kann ein Konkurrent für mich werden. Doch bis jetzt habe ich davor keine Angst.“

21.09.2012
  • Ibrahim Naber

Tübingen. Ein alter Spruch: „Männer werden sieben Jahre alt, danach wachsen sie nur noch.“ Auch für die Brüder Baumann gilt dies in gewisser Hinsicht noch immer. Aus Spaß würden sich die beiden noch immer ab und an raufen, berichtet Daniel. „Früher“, erinnert sich Bruder Stefan lächelnd, „musste Dani gegen mich schon einiges einstecken. Aber jetzt ist er ja fit, austrainiert und kann sich wehren.“ Sowieso: Grund zum Kämpfen haben die beiden Brüder bei der TSG nicht. Denn die Rollen waren von Anfang an klar vergeben.

Stefan Baumann ist die unumstrittene Nummer eins im Tübinger Tor. Diesen Status hat sich der 1,90 Meter große Maschinenbauer mit seinen vielen guten Auftritten für die TSG im vergangenen Jahr erarbeitet. Dessen war sich auch Daniel Baumann bewusst, als er vor dieser Saison wie sein Bruder vom TV Derendingen zum derzeitigen Landesliga-Zehnten wechselte. „Mich stört es derzeit nicht, nur die Nummer zwei zu sein. Das war mir ja davor schon klar. Ich bin hier, um mich weiterzuentwickeln. Neid ist bei mir und meinem Bruder deshalb überhaupt nicht im Spiel“, erklärt Daniel Baumann, der in Abwesenheit seines Bruders vergangene Woche beim 0:2 gegen Holzgerlingen sein Debüt feierte. Etwas nervös sei er gewesen, berichtet der jüngere Baumann, in der Spieleröffnung hätten sich ungewohnte Fehler bei ihm eingeschlichen. Doch insgesamt war sein Landesliga-Debüt dennoch sehr ordentlich. TSG-Trainer Michael Frick sagt: „Daniel ist talentiert. Aber man merkt ihm an, dass er noch nicht so weit ist wie Stefan.“

Stefan hat in Sachen Strafraumbeherrschung und auf der Linie kleine Vorteile, dafür ist Daniel wohl der etwas bessere Fußballer. Wofür ihn auch sein Bruder ausdrücklich lobt. Doch: Kann der kleine Bruder in den nächsten Jahren ein ernsthafter Konkurrent um die Nummer eins bei der TSG für ihn werden? „Natürlich, das muss sein Anspruch sein“, sagt Stefan Baumann, „aber das werde ich nicht zulassen. Bis jetzt habe ich noch keine Angst vor Dani…“

Auch Daniel Baumann sieht sich noch nicht ganz auf einer Stufe mit seinem Bruder. Auf die Frage, was sein großer Bruder ihm denn am meisten voraushätte, antwortet der 20-Jährige Student spontan: „Seine Körpergröße!“ Bruder Stefan ist mehr als zehn Zentimeter größer – zweifelsohne ein Vorteil als Torwart.

Insgesamt müsse er noch etwas „ruhiger“ werden auf dem Feld, mehr und mehr zu einer „Persönlichkeit“ reifen, räumt Daniel Baumann selbstkritisch ein, der schon am Carlo-Schmid-Gymnasium jahrelang als absoluter Fußballexperte galt: „Wenn in der Afghanischen zweiten Liga einer Geburtstag hat, weiß es mein Bruder. Ich kenne niemanden, der sich im Fußball so gut auskennt. Manchmal ist er aber auch ein kleiner Dummschwätzer“, berichtet Stefan Baumann.

Der Konter des Bruders: „Wenn Stefan ein Spiel verliert, sollte man ihm nicht begegnen. Das kann ungemütlich werden. Einfach mal aufs Ofterdingen-Spiel letztes Jahr ansprechen und ausprobieren…!“

Brüder und Torhüter bei der TSG Tübingen
Die Nummer eins bei der TSG: Stefan Baumann. Bild: Ulmer

Brüder und Torhüter bei der TSG Tübingen
„Ich bin hier, um mich weiterzuentwickeln“: Daniel Baumann, der jüngere der Brüder. Privatbild

Nach dem 0:2-Dämpfer gegen Aufsteiger Holzgerlingen am vergangenen Wochenende hofft die TSG Tübingen am Samstag (15.30 Uhr) beim VfL Pfullingen auf Wiedergutmachung: „Wir müssen ganz klar eine Reaktion zeigen!“, fordert Stefan Baumann, der derzeit eine ähnliche Entwicklung wie im Vorjahr bei der TSG ausmacht: „Es geht wieder mal turbulent zu bei uns. Mal gewinnen wir sehr hoch, dann verlieren wir gegen einen Aufsteiger. Das müssen wir in den Griff bekommen!“ Da er gerade Urlaub an der Ostsee macht, wird Stefan Baumann am Samstag erst kurz vor dem Spiel landen. Wenn alles gut geht, steht er wieder im TSG-Tor. Bruder Daniel Baumann sagt schmunzelnd: „Vielleicht hat der Flieger ja Verspätung und ich darf noch mal ran…“

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21.09.2012, 12:00 Uhr

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