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Sulz · Sicherheit

Bürger in Sulz leben immer sicherer

Die Kriminalität sank 2018 auf 367 Straftaten. Am häufigsten waren Sachbeschädigungen. Der Konsum von Rauschgift stieg und es gab mehr Unfälle. Die personelle Versorgung des Postens besorgt.

15.05.2019

Von Cristina Priotto

Ulrich Effenberger (links) und Norbert Burkhardt präsentierten dem Gemeinderat die Sicherheitsanalyse für 2018. Bild: Cristina Priotto

Der Landkreis Rottweil war 2018 der drittsicherste in ganz Baden-Württemberg. Diese gute Nachricht hatte Ulrich Effenberger, Leiter des Polizeireviers Oberndorf, am Montag bei der Präsentation der Sicherheitsanalyse und Kriminalitätsstatistik für den Sulzer Gemeinderat. Dazu trägt auch die Entwicklung in Sulz bei. In der Neckarstadt verzeichnete das Polizeipräsidium Tuttlingen im vergangenen Jahr einen deutlichen Rückgang von 422 auf 367 Straftaten (minus 13 Prozent). Zum Vergleich: Landesweit gingen die Fälle um 1,3 Prozent zurück, im Bereich des Polizeipräsidiums Tuttlingen um 4,6 Prozent.

Bei der Aufklärungsquote lag der Kreis Rottweil mit 64 Prozent über dem Landesschnitt von 62,7 Prozent. 2017 waren 66,6 Prozent der Fälle aufgeklärt worden.

Im Zehn-Jahres-Vergleich liegt der aktuelle Wert von 367 Straftaten im Mittelfeld. Die wenigsten Fälle wurden 2009 vermerkt (334), die meisten 2017 (422).

Sachbeschädigungen lagen mit 75 Fällen (20,4 Prozent) ganz oben, gefolgt von 60 einfachen Diebstählen (16,3 Prozent), 52 sonstigen Straftatbeständen (14,2 Prozent), 43 Rauschgiftdelikten (11,7 Prozent), 38 schweren Diebstählen (10,4 Prozent), 35 Fällen von Betrug (9,5 Prozent) und 34 Körperverletzungen (9,3 Prozent).

185 der Vorfälle ereigneten sich in der Kernstadt, 131 insgesamt in den neun Stadtteilen. Den deutlichsten Rückgang gab es in der Kernstadt, wo die Zahl gegenüber 2017 von 63 auf 44 Fälle sank.

Von den Teilorten verzeichnete Bergfelden mit 23 Straftaten die meisten Fälle, gefolgt von Renfrizhausen (18) und Sigmarswangen (16). Im größten Ortsteil stieg die Zahl, ebenso in Renfrizhausen, Sigmarswangen und Dürrenmettstetten, allerdings jeweils gering. Wie Effenberger erläuterte, handelte es sich dabei überwiegend um Diebstähle, Sachbeschädigungen oder Rauschgiftkriminalität.

Die Zahl der Betäubungsmitteldelikte stieg von 38 auf 43 (13,2 Prozent). Noch deutlicher fiel der Anstieg bei der Straßenkriminalität aus: Hier gab es 20 Fälle mehr als im Vorjahr, ein Plus von 38,5 Prozent. Das meiste waren Sachbeschädigungen an Fahrzeugen.

Norbert Burkhardt bereitet vor allem die Zunahme an Rauschgiftkonsumenten Sorge: Junge Leute gingen sehr unreflektiert mit Drogen um, vor allem Cannabis werde gerne probiert. „Kiffen ist uncool. Cool ist, da Nein zu sagen und nicht mitzumachen“, appelliert der Leiter des Sulzer Polizeipostens an die Jugendlichen.

Um ein Viertel gesunken ist die Zahl der Rohheitsdelikte von 78 auf 53 Fälle. Dazu zählen einfache Körperverletzung (34) und gefährliche Körperverletzung (sieben). Zurückgegangen ist auch die Zahl der Diebstahldelikte – von 112 auf 98. 2018 gab es im Raum Sulz drei Wohnungseinbrüche. Ulrich Effenberger führt dies auch auf eine neue, auf Einbruchsaufklärung spezialisierte Organisationseinheit der Polizei und auf die zunehmende Haussicherung zurück.

Rückläufig waren auch die Betrugsfälle – von 52 auf 35 Taten, wobei dazu auch Anrufe von falschen Polizeibeamten gehörten. „Durch die Prävention sind die Leute sensibilisiert“, stellte Burkhardt zufrieden fest. Es gab elf Fälle von Beleidigung, einen Rückgang um neun gegenüber 2017.

Von den 221 Tatverdächtigen waren 181 Männer und 40 Frauen. Beim Gros von 158 handelte es sich um Erwachsene. Gestiegen ist der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger von 50 auf 66 und lag somit in Sulz bei 29,9 Prozent.

Die Zahl der Unfälle stieg im Revierbereich von 894 auf 958. Davon gab es bei 120 Personenschaden. Alkoholunfälle nahmen deutlich von elf auf 25 Fälle zu, auch die Unfallfluchten stiegen von 170 auf 194. Unfallhäufungsstellen in Sulz gibt es keine.

Die Personalsituation in Sulz ist etwas kritisch: Nur vier Beamte versehen aktuell Dienst. Bürgermeister Gerd Hieber bereitet Sorge, wie Sulz nach der Polizeireform dastehen wird, wenn das Polizeipräsidium Tuttlingen ab 2020 Teil der Polizeidirektion Konstanz wird. An der Revier- und Postenstruktur soll sich laut Ulrich Effenberger nichts ändern. „Die räumliche Situation macht es erforderlich, dass der Polizeiposten Sulz bleibt und nicht geschlossen wird“, beruhigte der Leiter des Oberndorfer Polizeireviers.

Bodycams bald in Sulz:

Mit Bodycams werden demnächst auch die Beamten des Polizeipostens Sulz ausgestattet. Ulrich Effenberger, Leiter des Polizeireviers Oberndorf, teilte mit, bis zu den Sommerferien seien die Schulungen abgeschlossen und die Geräte würden ausgeliefert. Die Polizei erhofft sich dadurch einen Rückgang bei Aggressionen gegen

Einsatzkräfte. Pilotversuche zeigen in dieser Hinsicht positive Ergebnisse.

Straftaten in Ortsteilen:

Sulz Kernstadt: 185 (202)

Bergfelden: 23 (20)

Dürrenmettstetten: 6 (2)

Fischingen: 10 (19)

Glatt: 12 (15)

Holzhausen: 15 (24)

Hopfau: 11 (13)

Mühlheim: 7 (15)

Renfrizhausen: 18 (16)

Sigmarswangen: 16 (15)

[in Klammern die Zahlen von 2017]

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Erstellt:
15. Mai 2019, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
15. Mai 2019, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 15. Mai 2019, 01:00 Uhr

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