Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
„Das ist nicht mehr tragbar“

Bürgerinnen-Initiative macht sich für gepflegten Anlagenpark stark

Dem Anlagenpark geht es miserabel. Aber alle Appelle, das Natur-Refugium zwischen Bahnhof und Neckarinsel wieder aufzupäppeln, verhallten bislang ungehört. Jetzt will eine Bürgerinnen-Initiative die Politik stärker in die Pflicht nehmen.

23.11.2014
  • Wilhelm Triebold

Tübingen. „Der Park soll für die Bürgerschaft da sein“, empört sich Gerda Schlappner. Mit Sorge sehen sie und ihre Mitstreiterinnen von der Labyrinthgruppe, wie der Anlagenpark immer mehr verkommen ist. „Er wird immer mehr anders genutzt, aber nicht gepflegt“, beklagt sie. Stattdessen ist er „immer mehr vermüllt“. Und „das Üble sind die vielen Events.“ In der Zeit der Veranstaltungen werde der Park oft weitläufig abgesperrt, „ist kein öffentlicher Park mehr. Das sind eigenartige Zustände, und das ist nicht mehr tragbar.“

Bürgerinnen-Initiative macht sich für gepflegten Anlagenpark stark
Sauber sieht anders aus: Der Anlagensee ist übers Jahr nicht nur mit Wasser, sondern auch mit reichlich Müll und Dreck vollgelaufen. Und der Grüngürtel rundum mit seinen schwer beanspruchten Rasenflächen auch schon lange nicht mehr in einem besonders guten, vorzeigbaren Zustand.

Schlappner war neulich dabei, als mehrere Omnibusse von Tübingen aus die Landesgartenschau in Schwäbisch Gmünd ansteuerten. Mit an Bord OB Boris Palmer, der pünktlich zur Wahlkampfzeit versprach, verwahrloste und vernachlässigte städtische Grünflächen künftig mehr zu beachten. Allerdings, fügte er hinzu, am besten in Verbindung mit der Landesgartenschau in Tübingen. Die ist allerdings frühestens im Jahr 2025 möglich. Gerda Schlappner, etwas fassungslos: „So lange können wir doch nicht warten!“

Vor acht Jahren richteten die Aktivistinnen das Sieben-Pfade-Labyrinth im Park als „Symbol für das All und die Welt“ ein. Der Anlagenpark ist ihnen spätestens seitdem ans Herz gewachsen. Die Initiative zeigt sich „besorgt und ärgerlich über den Zustand des Parks“ und macht sich Gedanken um den Erhalt „einer der wenigen Grünflächen in der Stadt Tübingen, die offen sind für die Bürger(innen) in aller Unterschiedlichkeit.“

Bürgerinnen-Initiative macht sich für gepflegten Anlagenpark stark
Früher wurden Fische aus dem See gefischt. Heute ist es alter und frischer Müll.

Als Beispiel, wie man‘s besser macht, wird von der Gruppe der Alte Botanische Garten lobend erwähnt, wo die Universität rechtzeitig die Schädigung durch Veranstaltungen stoppte, um eine wunderschöne Grünfläche“ zu erhalten, „die lebendig genutzt wird“.

Ende Oktober haben die Labyrinth-Frauen einen Brief an die Verwaltungsspitze und den Gemeinderat formuliert. Darin bemängeln sie im einzelnen:

  • dass die größte zusammenhängende Rasenfläche im östlichen Teil des Parks im Sommer wegen mancher Events über länger Strecken nicht passierbar sei,
  • >>dass vermehrt Abfälle zu verzeichnen seien,
  • >>dass die Flächen ums Labyrinth, im „Hinterland“ der Events, immer mehr als „Abtritt“ benutzt werden,
  • >>dass tiefe Gräben im Rasen, verursacht von Transportfahrzeugen, sich übers Jahr nicht erholen,
  • >>dass Flächen immer mehr versanden, was wiederum nicht beseitigt werde,
  • >>dass die Rasenflächen durch Zelte und Container zerstört würden,
  • >>dass Kleingetier sich zurück ziehe und das ökologische Gleichgewicht des Parks gestört werde.

1. Wie ist die offizielle Vergabepraxis der Stadt für Veranstaltungen am Anlagenpark? Welche Kriterien werden von der Stadt zugrunde gelegt? Wer ist dafür zuständig? Wo ist dies nachzulesen?
2. Welche Auflagen haben Veranstalter außerhalb der Lärmschutzauflagen? Welche Verantwortlichkeiten ergeben sich daraus für die „Renaturierung“ des Parks und die Beseitigung der entstandenen Schäden? Welche Kosten entstehen für einen Veranstalter aus der Nutzung?
3. Mit welchen konkreten Maßnahmen wird die Stadt den Verwahrlosungsprozess aufhalten? Wer ist dafür direkt zuständig und verantwortlich? Woran können Bürger(innen) in Zukunft die ersten Maßnahmen zum Schutze des Parks erkennen?
4. Haben die Ergebnisse des Bürger(innen)prozesses im Herbst 2007 überhaupt noch eine Bedeutung? Wenn ja, in welche Entscheidungen fließen sie ein?
5. Welche gesellschaftlichen Gruppen nehmen Einfluss auf die Gestaltung des Parks ohne öffentliche Diskussion? Soll der Schulcontainer zu einer festen Einrichtung für weitere Nutzungen innerhalb des Parks werden?


Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball