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Einen Kiosk am Baggersee

Bürgermeister-Kandidaten an ihren Lieblingsorten (1): M. Appenzeller

Martinshaus, Baggersee, Schloss Einsiedel: Das sind die drei Lieblingsorte für den Bürgermeister-Kandidaten Markus Appenzeller in Kirchentellinsfurt. Mit ihnen verbindet der 40-Jährige Kindheits- und Jugenderinnerungen, aber auch Lebensqualität.

22.08.2014
  • Manfred Hantke

Kirchentellinsfurt. Das Wetter spielte mit an diesem Montag, als der Bürgermeister-Kandidat Markus Appenzeller dem TAGBLATT seine drei Lieblingsorte zeigte. Er begann beim Martinshaus, das aber repräsentativ „für viele kleine schöne Orte“ in Kirchentellinsfurt stehe, etwa für den kleinen Platz mit der Sandsteinmauer in der Gass oder auch für den neuen Rathausplatz. Da würde er gern „dran bleiben“ und in diesem Stil noch einige kleine Plätze im Dorf gestalten, Ruhepunkte mit Sitzmöglichkeit, kleine Oasen, an denen man durchschnaufen kann.

Die Kandidaten für die Bürgermeisterwahl in Kirchentellinsfurt: Markus Appenzeller

Das TAGBLATT traf die Kandidaten für die Bürgermeisterwahl in Kirchentellinsfurt und interviewte sie an ihren drei Lieblingsplätzen im Ort. Im Video begibt sich Markus Appenzeller an den Platz am Martinshaus, zum Schloss Einsiedel und an den Baggersee.

© Video: Luis Keppler 03:39 min

Aber auch das Konzept vom Martinshaus, dem Alten- und Pflegeheim, in dem auch betreutes Wohnen möglich ist, hat für Appenzeller Vorbildcharakter. Pflegepersonal und der ehrenamtliche Freundeskreis machen „sehr gute Arbeit“, sagt er. Bei den Veranstaltungen kommen die Senioren mit der Bevölkerung in Kontakt, auch mit den Jüngeren, das schaffe „Qualität“. Appenzeller: „Man spürt die besondere Atmosphäre.“ Als „vereinsorientierter Mensch“ würde er das Martinshaus-Konzept gerne auf andere Bereiche übertragen.

Zur Lebensqualität und Lebenssicherheit gehört für den 40-Jährigen ehrenamtlichen Feuerwehrkommandanten auch das Rote Kreuz, seit kurzem ein Ortsverein. Das sucht dringend eine neue Bleibe (wir berichteten). Dafür ist Appenzeller zu haben, die Lösung will er „mit Herzblut“ angehen.

Schon als Vierjähriger hat er Schwimmen im Baggersee gelernt. Ein dreiviertel Jahr hat’s gebraucht. Bis er 20 war, sprang er im Sommer täglich ins Wasser. Jetzt komme er nur etwa achtmal im Jahr dazu, „g‘schwind für ’ne Stunde.“

Bürgermeister-Kandidaten an ihren Lieblingsorten (1): M. Appenzeller
Auch mal die Beine im See baumeln lassen: Markus Appenzeller will mit geringen Investitionen den Kirchentellinsfurter Baggersee attraktiver machen. Bild: Hantke

Fast so alt wie Appenzeller ist aber auch die Diskussion um den See. Ein Luxus- oder Strandbad will er daraus nicht machen, es fehlen Wasser-, Abwasseranschlüsse und der Strom. Das alles zu legen, komme ziemlich teuer, mindestens 700 000 Euro. Einen Kiosk aber kann er sich vorstellen. Der könnte mobil sein, eine Rote und Pommes im Angebot haben. Auch eine Feuerstelle, wie einst, wäre schön. Und die Wies‘, die müsste dreimal mehr gemäht werden. Dazu noch einen Rundwanderweg mit Anschluss ans Wehr und in den Schönbuch hinein. Viel mehr brauche es nicht, das sei auch nicht der Wunsch der Bürgerschaft gewesen. Ach ja, die Einstiegshilfe, die sei „etwas optimierungsbedürftig“.

Handlungsbedarf sieht er auch bei den Übernachtungsmöglichkeiten. Gar kein Bett zu haben, das sei „kein Zustand.“ Ein Hotel könne die Gemeinde schon brauchen, nur nicht am See. Im Industriegebiet Mahden oder im Lettenkies sei es sinnvoll, da meist Mitarbeiter der Firmen übernachten wollten. Sie weichen jetzt nach Reutlingen aus.

Dass er „sehr gewerbefreundlich“ ist und die Wirtschaft fördern will, hebt Appenzeller am Schloss Einsiedel hervor, seinem dritten Lieblingsort. Damit verbinden ihn „viele aktive Jahre in der katholischen Jugend.“ Hier hat er Freizeiten mitgemacht und organisiert, hier seinen Zivildienst geleistet. Heute arbeitet er ehrenamtlich mit, mäht den Rasen, macht Hausmeistertätigkeiten.

Im Einsiedel-Garten kennt er sich aus: Der Weißdorn hinter der Sitzecke ist der dritte Ableger des Ur-Weißdorndorns, den einst Graf Eberhard der Legende nach zusammen mit der Palme (Logo der Tübinger Uni), aus Jerusalem mitgebracht haben soll. Das Motto des Grafen war bekanntlich: „Attempto“ – „Ich wag’s“. Das passt auch gut zum 40-jährigen Kandidaten, der nun zum Sprung ins Rathaus ansetzt. Nur in Kirchentellinsfurt will der heimatverbundene Appenzeller Schultes werden, in einer anderen Gemeinde hätte er sich nie beworben.

Markus Appenzeller ist 40 Jahre alt, seit neun Jahren mit seiner Frau Karin verheiratet. Nach dem Abitur (Schnitt 1,2) hat er eine Ausbildung zum Schreiner und zum Krankenpfleger gemacht, hat einige Jahre als Krankenpfleger gearbeitet. Seit 2005 ist er Brandschutzbeauftragter am Tübinger Uni-Klinikum. Seit 15 Jahren sitzt er für die Freien Wähler im Kirchentellinsfurter Gemeinderat, er tritt aber als unabhängiger Kandidat bei der Bürgermeisterwahl am 28. September an. Ehrenamtlich ist er Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr.
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22.08.2014, 12:00 Uhr

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