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Ein Masterplan fürs Dorf

Bürgermeister-Kandidaten an ihren drei Lieblingsorten (6): Bernd Haug

Einen städtebaulichen Masterplan, mehr Raum für die Jugendlichen und ein Ganztagsschulkonzept für den Grundschulbereich: Dafür macht sich Bernd Haug stark, wenn er am 28. September in Kirchentellinsfurt zum Bürgermeister gewählt wird.

17.09.2014
  • Manfred Hantke

Kirchentellinsfurt Die Zehntscheuer gegenüber der Martinskirche ist einer der drei Lieblingsorte von Bernd Haug. Sie steht exemplarisch für die historischen und identitätsstiftenden Bausubstanzen im Ort, sagt der Bürgermeisterkandidat.

Die drei Lieblingsorte der Kirchentellinsfurter Bürgermeisterkandidaten: Bernd Haug

Die drei Lieblingsorte der Kirchentellinsfurter Bürgermeisterkandidaten: Bernd Haug --

04:28 min

Wie auch das Schloss. Oder das alte Waldhorn, das zum Verkauf stehe. Der 46-jährige Geschäftsführer der hessischen Ingenieurskammer mit Wohnsitz in Mittelstadt hat die historischen Häuser im Fokus. Sie gelte es zu erhalten, sie machten den Charakter des Dorfes aus. Mit Hilfe des Landessanierungsprogramms will er privaten Eigentümern einen Anreiz bieten, alte Häuser sanieren zu lassen, leer stehende einer „neuen Nutzung zuzuführen.“ Da sieht er die Gemeinde in der Pflicht, will „einen städtebaulichen Masterplan“ erarbeiten.

Darin eingebettet ist auch die Zehntscheuer. Das Konzept des neuen Vereins, dort Veranstaltungen anzubieten, findet Haug „interessant“. Doch der gelernte Diplom-Finanzwirt errechnet einen Investitionsbedarf von mindestens einer Million Euro. Zu überlegen sei, ob weitere Nutzungskonzepte möglich sind, die mehreren Vereinen zugute kommen. „Ganz, ganz wichtig“ sei, die Läden am Rathausplatz zu erhalten, das „Herzstück der Gemeinde“. Auch das will er ins städtebauliche Konzept integrieren. So hätten eine mögliche Erweiterung des Martinshauses und etwa ein Mehrgenerationenhaus anstelle des jetzigen Bauhofs „Effekte für den Rathausplatz“.

In ältere Häuser sei er „sehr verliebt“, sagt Haug. Falls ihn die Kirchentellinsfurter am 28. September zum Bürgermeister küren, würde er mit seiner in Tübingen lebenden Partnerin Antje Kroh nach Kirchentellinsfurt ziehen – wenn er „ein vergleichbares Einfamilienhaus“ findet, wie er es derzeit in Reutlingen-Mittelstadt bewohnt.

Unabhängig und parteilos ist er, betont der Kandidat. Als einstiger persönlicher Referent von FDP-Mann Horst Mehrländer im Wirtschaftsministerium habe er kein Parteibuch gebraucht. In einer Gemeinde wie Kirchentellinsfurt hat Parteipolitik nichts zu suchen, ist er überzeugt. Im Wirtschaftsministerium hat er „sehr viel gelernt“, diese Erfahrungen kann er „gewinnbringend einsetzen“.

Bürgermeister-Kandidaten an ihren drei Lieblingsorten (6): Bernd Haug
Die Graf-Eberhard-Schule gehört zu den drei Lieblingsplätzen von Schultes-Kandidat Bernd Haug. Er plädiert für Ganztagesbetreuung auch an der Grundschule.Bild: Hantke

Zu seinen landespolitischen Erfahrungen kommen die aus seiner Arbeit im Bezirksgemeinderat Mittelstadt hinzu. Dort ist er seit zehn Jahren Mitglied des elfköpfigen Gremiums. Nicht zuletzt durch die vier Kinder, die er und seine Lebenspartnerin haben, will er seinen Fokus als Schultes auf die Schule lenken.

So hat sich der Kandidat als zweiten Lieblingsort die Graf-Eberhard-Schule ausgesucht. Neben der Gemeinschaftsschule muss auch die Ganztagesschulbetreuung in der Grundschule angeboten werden, sagt er. Da sieht der Kandidat eine Lücke: Weil Eltern ihre Kinder in umliegende Orte schicken, schließen die Kinder dort ihre Freundschaften und verbringen ihre Freizeit dort, glaubt er. „In der Regel“, so Haug, gehen diese Kinder Kirchentellinsfurt verloren. Haug will diese Lücke von der ersten bis zur vierten Klasse schließen und die Ganztagesbetreuung ermöglichen.

„Dienstleister für die Vereine“

Wenn eine Bedarfsanalyse diesen Schritt nahe lege, könne der Antrag zum 1. Oktober 2015 gestellt werden, um für das Schuljahr 2016/17 die Ganztagesbetreuung anzubieten. Dann können entweder Lehrerdeputate erhöht werden, oder die entsprechenden Gelder können für musische, kulturelle oder sportliche Vereinsangebote genutzt werden.

Überzeugt ist der 46-Jährige davon, dass „wir für die Jugendlichen eine Attraktivitätssteigerung brauchen“. So will er sich für einen besseren ÖPNV einsetzen, die Nachwuchsförderung der Vereine unterstützen und ein „weitgehend selbstverwaltetes Jugendhaus“ mit Begleitung von Sozialarbeitern auf den Weg bringen. Einen Jugendgemeinderat würde Haug begrüßen, er kann „neue Impulse einbringen“.

Den Faulbaum wählte der Ausdauerläufer und Mountainbikefahrer als dritten Lieblingsort. Er stehe mit dem TB Kirchentellinsfurt, dem Tennisverein und dem Obst- und Gartenbauverein exemplarisch für für eine Vereinskultur, die in ihrer Vielfalt für einen Ort dieser Größe „einmalig“ sei.

Vereine prägen den Gemeinschaftssinn und sind ein integrierender Faktor, sagt Haug. Als Schultes will er einen „engen Draht“ zu den Vereinen pflegen, die Verwaltung – „Dienstleister für die Vereine“ – muss die Entwicklungen verfolgen, Bedürfnisse anhören und darauf hinarbeiten, dass Vereine bestehen bleiben. Um die Vereinsarbeit finanziell zu unterstützen, stellt er sich einen „Lauf für Kirchentellinsfurt“ beim Dorfstraßenfest vor – vom Einsiedel bis in den Dorfkern.

Die Wirtschaft im Industriegebiet Mahden und im Tal kann sich seiner Unterstützung sicher sein, so der Kandidat. Statt eines Hotels mit 30 oder 40 Betten favorisiere er aber ein Gasthaus mit bis zu 15 Betten und anspruchsvoller Gastronomie.

Aufgewachsen in Reutlingen-Mittelstadt, hat der 46-jährige Bernd Haug dort seinen Hauptwohnsitz. Dort lebt er mit seinen Kindern – eine Tochter und ein Sohn – seine Lebenspartnerin hat zwei Söhne. 1984 begann er eine Ausbildung zum Finanzwirt, arbeitete bis 1990 bei der Landesoberkasse, holte die Fachschulreife nach und ließ sich 1991 zum Diplom-Finanzwirt ausbilden. Ab 1994 war er beim Universitätsbauamt Tübingen tätig, wechselte 2002 ins Wirtschaftsministerium, wurde 2007 Hauptgeschäftsführer der Ingenieurskammer Baden-Württemberg und 2012 Geschäftsführer der hessischen Ingenieurskammer. Seit 2004 ist er Mitglied im Bezirksgemeinderat Mittelstadt.
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17.09.2014, 12:00 Uhr

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