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Stefan Mappus

Buhmann im Land, Held in der Heimat

Ex-Regierungschef Mappus winkt der Ehrenvorsitz im alten Wahlkreis. Plant er ein politisches Comeback?

28.10.2016
  • ROLAND MUSCHEL

Stuttgart. Sicherheitspolitik ist das offizielle Top-Thema beim Parteitag des CDU-Kreisverbands Enzkreis/Pforzheim heute Abend; als Gastreferent tritt der Innenexperte der Landtagsfraktion, Thomas Blenke, auf. Mehr Aufmerksamkeit dürfte indes Punkt 8 der Tagesordnung auf sich ziehen: Die „Wahl von Stefan Mappus zum Ehrenvorsitzenden der CDU Enzkreis/Pforzheim“, beantragt vom Stadtverband Mühlacker. Damit sollten „nicht nur seine Verdienste um die CDU“ gewürdigt werden, heißt es zur Begründung, sondern „ebenso sein Wirken in Stuttgart, wo er sich als Landtagsabgeordneter, Staatssekretär, Minister, Fraktionsvorsitzender und zuletzt als Ministerpräsident stets für die Belange seiner Heimat und ihrer Einwohner starkmachte“.

Selbst Kritiker im Heimatverband des vorerst letzten CDU-Regierungschefs im Land rechnen mit einer starken Mehrheit für den Antrag. Während an der CDU-Spitze in Stuttgart der Name Mappus weiter mit dem Machtverlust von 2011, der Missachtung des Landtags beim ENBW-Deal und mit dem „Schwarzen Donnerstag“ in Verbindung gebracht wird, hatte der 50-Jährige in seiner Heimat stets seine Fans.

Mappus heizt Spekulationen an

Deren Zahl hat seit dem Wahldesaster in diesem Frühjahr noch zugenommen. Nicht nur, dass die 39 Prozent, die die Landes-CDU 2011 unter Mappus erzielt hat, im Vergleich zu den desaströsen 27 Prozent vom März 2016 plötzlich ganz glanzvoll erscheinen. Dazu kommt: Während Mappus als Ministerpräsident Gelder und Projekte in seine Heimatregion lenken konnte, steht die CDU vor Ort nun mit leeren Händen da. Das Direktmandat in Pforzheim, das Mappus lange innehatte, hat die CDU an die AfD verloren; im benachbarten Enzkreis ging es an die Grünen. Der Bedeutungsverlust befördert die Nostalgie.

An der CDU-Landesspitze wird die geplante Aufwertung des Ex-Regierungschefs mit Sorge registriert. Während der Ehrenvorsitz in der Regel den Schlusspunkt einer politischen Karriere markiert, könnte bei Mappus das Gegenteil intendiert sein. Der frühere Premier, der derzeit als Vorstand einer Softwarefirma tätig ist, arbeitet erkennbar an seiner politischen Rehabilitierung – und vielleicht auch an einem Comeback. Spekulationen jedenfalls heizt er immer wieder an. „Es lodert in mir, die CDU inhaltlich neu auszurichten“, ließ er sich nach der Landtagswahl im März vernehmen. Er habe „wieder Bock auf Politik“, legte er bei einem Empfang zu seinem 50. Geburtstag im Juni nach. Wo das konkret hinführen soll, ist noch unklar; aber Weggefährten halten eine Landtagskandidatur 2021 für „mehr als nur ein Gedankenspiel“. Roland Muschel

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28.10.2016, 06:00 Uhr

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