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Noch lang nicht autark

Bund: Energiekonzept fürs Biosphärengebiet

Ist es möglich, die Verbraucher im Biosphärengebiet Schwäbische Alb ausschließlich mit erneuerbarer Energie zu versorgen? Mit technischen Mitteln allein lässt sich dieses Ziel nicht erreichen, was eine Studie des Bundes für Umwelt und Naturschutz (Bund) belegt.

19.07.2012

Reutlingen. Die gestern im Umweltbildungszentrum Listhof vorgestellte „Potenzialstudie“ des Bund-Landesverbandes und des Energie- und Umweltforschungsinstituts Heidelberg (ifeu) kommt zum Ergebnis, dass sich das Ziel bis 2040 nur erreichen lässt, wenn es zusätzlich gelingt, den Netto-Energieverbrauch zu senken. Mit technischen Mitteln – worunter der Ausbau erneuerbarer Energie und „Effizienzmaßnahmen“ wie Gebäudesanierung verstanden werden – dürfte man allenfalls eine Quote von 60 Prozent erzielen. Das Stichwort für die restlichen 40 Prozent heißt „Suffizienz“, Zulänglichkeit also.

Um das Ziel nicht zu verfehlen, sagte Bund-Landesgeschäftsführer Berthold Frieß gestern beim Pressegespräch, müsse eine Antwort darauf gefunden werden, wie viel Energie- und Warenverbrauch überhaupt notwendig sind, um gut zu leben. „Technik alleine reicht nicht.“ Frieß meinte damit allerdings nicht nur den individuellen Verbrauch, sondern hat eine „klare Suffizienzpolitik“ im Blick. „Eine bestimmte Nachfrage soll gar nicht erst entstehen“.

Zu denken wäre beispielsweise an die Förderung und Genehmigung von Passivhäusern oder Plusenergiebauten in Neubaugebieten. Auch wenn die rechnerische Vollversorgung aus regenerativen Energiequellen nicht so leicht zu erreichen sei, profitieren von der „Umsetzung der Energiewende vor Ort“ Kommunen und Handwerk durchaus deutlich. Bund-Regionalgeschäftsführerin Barbara Lupp hält eine regionale Wertschöpfung von 39 Millionen Euro und einen Zuwachs von 420 Arbeitsplätzen jährlich bis 2020 für realistisch. Das Konzept der Klimaschutzregion biete Menschen, Unternehmen, Institutionen und Verbänden im Biosphärengebiet, eine große Chance, sich früher als andere Regionen auf die Erfordernisse der Zukunft einzustellen.

Bei der Studie handele es sich nicht um ein fertiges Konzept, sondern um eine „solide, wissenschaftlich fundierte Grundlage für die Entwicklung eines verbindlichen Maßnahmenplans“. Der soll von den Menschen in der Region selbst entwickelt werden. Der „Maßnahmenplan“ könnte dann unter der Regie der Münsinger Biosphärengebietsverwaltung umgesetzt werden. Freilich müsste dafür erst noch eine Stelle geschaffen werden.

Noch ist die Region allerdings weit von der Energie-Autarkie entfernt. Schon für das Jahr 2008 hätte man 4170 Gigawattstunden durch erneuerbare Energien bereitstellen müssen – was der von 1000 Windrädern erzeugten Energiemenge oder dem Verbrauch Freiburgs entspricht. Tatsächlich wurden 299 Gigawattstunden erzeugt, ein Anteil von sieben Prozent. Sieben Prozent entspricht auch dem Anteil des Stroms (bundesweit 15 Prozent), der im Biosphärengebiet aus erneuerbaren Energien produziert wird, zehn Prozent sind es bei der Wärme (bundesweit sieben Prozent).

Bereits am Sonntag wurde in Dettingen ein Rahmenkonzept für das Biosphärengebiet vorgestellt. Es enthält Vorschläge für den Artenschutz über den Ausbau zur Qualitätsregion für Touristen bis hin zur Einrichtung einer Biosphären-Akademie. Auf dieses Rahmenkonzept habe man die Potenzialstudie abgestimmt, sagte Lupp.

bus

Info: Die Potenzialstudie kann von www.bund-bawue.de in Kurz- und Langfassung runtergeladen werden.

Bund: Energiekonzept fürs Biosphärengebiet

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19.07.2012, 12:00 Uhr

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