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Bildung

Bund will Milliarden in digitale Klassenzimmer stecken

Forschungsministerin Wanka wirbt bei den Bundesländern für ein Modernisierungsprogramm an Schulen. Baden-Württemberg reagiert erfreut.

13.10.2016
  • ROLAND MUSCHEL (MIT DPA)

Berlin. Alle rund 40 000 Schulen in Deutschland sollen in den nächsten fünf Jahren mit einem Fünf-Milliarden-Euro-Programm für digitale Bildung fit gemacht werden. Während der Bund das gesamte Geld geben will, müssten sich die für Schulpolitik zuständigen Länder verpflichten, pädagogische Konzepte, Aus- und Fortbildung von Lehrern sowie gemeinsame Standards umzusetzen. Dies sehen Pläne für einen „Digitalpakt“ vor, den Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) in Berlin vorstellte. Ihr Ziel sei, Schulen „flächendeckend mit digitaler Ausstattung wie Breitbandanbindung, WLAN und Geräten zu versorgen“. Wanka betonte, dass es dem Bund um konkrete Vereinbarungen gehe. „Technik ist kein Selbstzweck, das Lernen mit digitalen Medien muss einen Mehrwert haben. Ohne pädagogische Konzepte ist es rausgeschmissenes Geld.“ Über einen entsprechenden Pakt wolle sie in Kürze mit den Ländern sprechen.

Offene Fragen im Südwesten

„Das ist eine schöne Grundsatzentscheidung, die ich natürlich begrüße“, sagte Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) der SÜDWEST PRESSE. Es gebe allerdings noch offene Fragen, die geklärt werden müssten. So mache es einen Unterschied, ob der Bund beispielsweise nur Mittel für die Erstbeschaffung von internetfähigen Tablets bereitstelle oder ob Berlin für die Anschlussfinanzierung der oft nicht sehr langlebigen Geräte garantiere. Zudem habe Baden-Württemberg hohe pädagogische Standards für den Umgang mit neuen Medien definiert, „hinter die wir nicht zurückfallen wollen“. Daher sei die Frage, ob die Mittelvergabe durch den Bund mit Vorgaben belegt sei.

Die von SPD und Grünen geführten Länder-Kultusministerien reagierten verhalten positiv und mahnten Nachbesserungen an. So forderte der Hamburger Bildungssenator Ties Rabe (SPD) „eine langfristige und nachhaltige Strategie“ von Bund und Ländern. Die SPD setzt neben der Digitalisierung auf eine Gesamtstrategie, die beispielsweise die Sanierung maroder Schulgebäude einschließt. Der stellvertretende SPD-Fraktionschef Hubertus Heil sagte über Wankas Vorschlag: „Das ist ein erster Schritt in die richtige Richtung.“ rol/dpa

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13.10.2016, 06:00 Uhr

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