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Bundesbehörden legen Studie zu den Folgen des Klimawandels vor
Am Rheinufer reißt der Boden auf, ein typisches Zeichen für anhaltende Hitze. Die gab es auch 2015. Foto: dpa
Mehr Hitzetage, mehr Tote

Bundesbehörden legen Studie zu den Folgen des Klimawandels vor

Hitzewellen und Starkregen dürften in Deutschland durch den Klimawandel öfter auftreten. Dies wirkt sich auf die Gesundheit der Bürger aus und erhöht Reparaturkosten, sagen 16 Bundesinstitutionen voraus.

25.11.2015
  • MARTIN HOFMANN

Wie verletzlich ist dieses Land, seine Gesellschaft und Infrastruktur gegenüber dem Klimawandel? Vorsichtige Antworten gibt eine Studie, an der sich 16 Bundesbehörden und -institutionen beteiligt haben - vom Deutschen Wetterdienst bis zum Umweltbundesamt. Ihre Analyse vergleicht zwei Zeiträume - 2021 bis 2050 und 2071 bis 2100 - mit den Jahren 1961 bis 1990 und zwei Szenarien mit den Annahmen schwache oder starke Klimaveränderung, 0,5 oder 1,1 Prozent jährliches Wirtschaftswachstum, größerer oder geringerer Bevölkerungsrückgang, mehr oder weniger Flächenverbrauch.

Die Ergebnisse: Bis 2050 könnte die Jahresmitteltemperatur um mindestens 0,5 Grad Celsius steigen, stärker im Sommer, im Winter verteilt sich die Zunahme über eine größere Fläche des Landes. Nicht wie bisher in Ostdeutschland, sondern im Süden und Nordosten steigt die Temperatur am stärksten an. Dieser Trend hält bis zum Ende des Jahrhunderts an.

Die Niederschläge könnten bei schwachem Wandel bis 2050 abnehmen, bei starkem Wandel um 10 Prozent zulegen, vor allem im Winter. Hitzetage mit einer Höchsttemperatur über 30 Grad Celsius steigen bis 2050 in Süddeutschland um 10 bis 15 Tage im Jahr an. Bis 2100 kommen 30 bis 40 Tage hinzu. Entsprechend dürften die Badetage zunehmen: in Baden-Württemberg 30 Tage mehr bis 2050 und 50 Tage mehr bis zur Jahrhundertwende.

Starkregen könnte schon in naher Zukunft an sechs weiteren Tagen im Jahr fallen, vor allem im Südschwarzwald.

Bis 2100 könnten sich mehr Trockenperioden - zehn Tage ohne Niederschlag - einstellen. Sechs solcher Episoden mehr als bisher wären etwa im Schwarzwald möglich. Stark zurückgehen könnten bis 2100 hingegen Tage mit 30 Zentimeter Schneedecke - um 90 Tage in den Mittelgebirgen und mehr als 100 Tage in den Alpen.

Diese Veränderungen haben zunächst vor allem Auswirkungen auf die Gesundheit. Besonders Säuglinge, Kleinkinder, alte und kranke Menschen leiden laut Studie unter der zunehmenden Hitze. Sie rechnet mit zusätzlichen Todesfällen, vor allem in Ballungszentren. Dort steigt auch die Ozonkonzentration. Dieses Gas reizt die Atemwege.

Zurückhaltend bewerten die Bundesbehörden die Gefahr der Übertragung von Krankheitserregern. Dies könnten die Forscher aufgrund der komplexen Zusammenhänge kaum abschätzen. Es bestehe aber die Gefahr, dass sich Zecken mehr ausbreiten. Auch sie können schwere Erkrankungen übertragen.

Starke Hitze setzt auch dem Straßenasphalt zu. Da empfiehlt die Studie, robustere Fahrbahnbeläge aufzubringen.

Die Hochwassergefahr wird sich laut Studie besonders im Winter erhöhen, da seltener Schnee fällt, das Regenwasser rasch abfließt. Die immer kürzer werdende Wintersportsaison verlangt zudem ein Umdenken in den Skigebieten, vor allem der Mittelgebirge.

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25.11.2015, 08:30 Uhr | geändert: 25.11.2015, 06:01 Uhr

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