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Bußgeld gegen Kemmler

Bundeskartellamt ahndet Preisabsprachen bei Fertiggaragen

Das Bundeskartellamt hat gegen bundesweit zehn Hersteller von Fertiggaragen Bußgelder in Höhe von insgesamt elf Millionen Euro wegen illegaler Preisabsprachen verhängt. Darunter ist auch die Kemmler Baustoffe GmbH in Hirschau.

19.06.2015

Hirschau.Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes erklärte: „Das Verfahren betraf zwei Tatkomplexe. Im süddeutschen Raum haben sich zahlreiche Unternehmensvertreter im Zeitraum von 2005 bis 2012 mehrfach jährlich getroffen, um wiederholt neue Mindestverkaufspreise für gängige Standardgrößen von Betonfertiggaragen zu vereinbaren. Darüber hinaus wurde gegen ein weiteres Unternehmen ein Bußgeld aufgrund von Preisabsprachen für den Verkauf von Garagen in Norddeutschland verhängt.“

Drei unterschiedliche Preiszonen

Das süddeutsche Kartell richtete, so Mundt, für Baden-Württemberg und angrenzende Regionen drei unterschiedliche Preiszonen ein und unterschied bei den festgesetzten Mindestverkaufspreisen nach der Abnahmemenge und den branchentypischen Kundengruppen (private Bauherrn, Architekten und Bauunternehmen). Zusätzlich einigten sich die Beteiligten bei regelmäßigen Treffen auf die Einführung und Höhe etlicher Zuschlagspositionen für Maut-, Energie- und Stahlkosten als weitere Preisbestandteile.

In Zukunft soll es keine Verstöße mehr geben

An den Preisabsprachen waren laut Kartellamt neben Kemmler Baustoffe in Hirschau beteiligt: Classic Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH in Breisach, Emil Steidle GmbH & Co. KG in Sigmaringen, Gebr. Ott Betonwerke GmbH & Co. KG in Nürtingen, Grötz Bauunternehmung Betonwerk GmbH in Gaggenau, GVS Garagen Vertrieb Süd GmbH in Kempten, IBK Fertigbau Betonwerk Villingen GmbH & Co. KG, IBK-Fertigbau GmbH Betonwerk Büchenau in Bruchsal, Pfaff GmbH Fertiggaragen in Friedrichshafen sowie zeitweise Rekers Betonwerk GmbH & Co. KG in Spelle.

Die Ermittlungen des Bundeskartellamtes wurden ausgelöst durch einen Kronzeugenantrag von Rekers. In Anwendung der Bonusregelung des Bundeskartellamtes wurde gegen dieses Unternehmen kein Bußgeld verhängt. Bei der Bußgeldfestsetzung für die insgesamt zehn Unternehmen wurde berücksichtigt, dass diese jeweils während des gesamten Verfahrens umfassend mit dem Bundeskartellamt kooperiert haben. Sämtliche Bußgeldbescheide sind inzwischen rechtskräftig.

Kemmler Baustoffe zeigte sich auf TAGBLATT-Nachfrage reuig. Geschäftsführer Martin Heimrich erklärte: „Wir bedauern die Verstöße.“ Das Unternehmen habe Konsequenzen gezogen: „Wir haben seither umfangreiche Schulungsmaßnahmen durchgeführt und uns strikte Regeln für die Einhaltung des Kartellrechts gegeben, die für alle Kemmler-Mitarbeiter bindend sind.

In Zukunft kann es daher solche Verstöße bei Kemmler nicht mehr geben.“ Heimrich betonte: „Bei der Aufklärung hat Kemmler mit dem Bundeskartellamt umfassend zusammengearbeitet. Dies hat das Kartellamt auch ausdrücklich anerkannt.“ Über die Höhe des Bußgelds wollte der Geschäftsführer nichts sagen. Bei dem Familienunternehmen in fünfter Generation arbeiten mehr als 1700 Mitarbeiter. sg

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19.06.2015, 12:00 Uhr

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