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Das Sprungwunder von Rottenburg

Bundesligaspieler Dirk Mehlberg über nachlassende Kräfte, das Weihnachtsfest und Dunkings

Eine Pause täte gut, doch die Rottenburger Bundesliga-Volleyballer haben kaum Zeit zum Verschnaufen: Am Samstag (20 Uhr) schmettern sie gegen die Chemie-Volleys Mitteldeutschland in der Tübinger Arena.

21.12.2012
  • Vincent Meissner

Rottenburg. Es läuft gerade alles nicht mehr so leicht beim TV Rottenburg. Nach der starken ersten Saisonhälfte lässt nun langsam die Kraft ein wenig nach. Das war auch Rottenburgs Trainer Hans Peter Müller-Angstenberger aufgefallen, der seiner Mannschaft kürzlich mit deutlichen Worten zu verstehen gab, dass er wieder mehr Engagement in den Übungseinheiten erwarte. Doch Rottenburgs Außenangreifer Dirk Mehlberg wirbt mit heißerer Stimme um Verständnis: „Die Trainings gerade laufen auf Energiereserve ab. Wenn man eine solch hohe Belastung hat, ist die Stimmung während des Trainings einfach auch mal etwas gedämpft.“ Mehlberg selbst setzte unter der Woche wegen einer Erkältung bei einer Trainingseinheit aus, sieht seinen Einsatz am Samstag allerdings nicht in Gefahr.

In den zurückliegenden Spielzeiten war Rottenburg, was die Ergebnisse angeht, in der Rückrunde meist schlechter als in der Hinserie. Doch der 27-jährige Mehlberg ist zuversichtlich, dass der TVR diese Saison konstanter bleibt: „Je erfahrener wir Spieler sind, desto besser wissen wir, wie wir mit unserem Körper umgehen müssen.“ Und auch die Trainer nehmen Rücksicht: „Sie haben die Intensität periodisiert“, sagt Mehlberg und ergänzt erklärend: „Die Beanspruchung ist nicht die ganze Zeit gleich hoch.“

Außenangreifer Mehlberg beeindruckt in dieser Saison Gegner und Zuschauer wieder mal mit seiner Sprungkraft und seinem Timing. Das tat er in den zurückliegenden Jahren auch schon. Allerdings spielt er in diesem Jahr konstanter. „Bis jetzt ist es besser gelaufen als wir gedacht haben“, sagt Mehlberg, „auch bei mir persönlich.“ Positiver spricht er nicht über seine eigene Leistung.

Regelmäßig schafft es Mehlberg mit seiner Sprungkraft, gepaart mit dem richtigen Timing, entweder eine Lücke im gegnerischen Block zu finden oder diesen so anzuschlagen, dass der Ball im Aus landet. Etwa einen Meter kann Mehlberg abheben. „Muss ich ja auch, weil ich kleiner bin und kürzere Arme habe als die meisten anderen“, sagt Mehlberg (1,89 Meter) mit einem Schmunzeln. Mit einem Volleyball schafft er einen Dunking; er kann also den Ball mit der Hand von oben in einen Basketball-Korb stopfen. „Ein Basketball rutscht mir aber aus der Hand.“

Mehlberg ist ein Spieler, den Fachleute neudeutsch einen „emotional leader“ nennen, einen Führungsspieler, der eine Mannschaft mitreißen kann. Zuweilen schlug Mehlberg auch über die Stränge, mittlerweile hat er seine Emotionen allerdings besser im Griff. Ob es daran lag, dass es in all den Jahren keine Angebote von anderen Vereinen für ihn gab? Mehlberg hat eine andere Erklärung: „Die meisten Vereine suchen entweder international erfahrene Profis oder ganz junge Spieler – und das bin ich beides nicht.“

Große Weihnachtsstimmung kommt bei Mehlberg und den Rottenburger Volleyballern dieses Jahr wieder mal nicht auf: Nach dem Spiel am Samstagabend ist zwar bis zum ersten Weihnachtsfeiertag kein gemeinsames Ball-Training mit dem Team, doch alle Spieler müssen selbstständig ihre Krafteinheiten im Fitness-Studio absolvieren. Am zweiten Weihnachtsfeiertag beginnt dann die gemeinsame Vorbereitung auf den bisherigen Höhepunkt der Saison: das Halbfinale im DVV-Pokal am Samstag, 29. Dezember, (20 Uhr) in der Tübinger Arena gegen den Moerser SC. Weil der Weg zur Familie in Rostock zu weit wäre, feiert Mehlberg Weihnachten mit Freunden im Süden der Republik. Dort kann er dann zumindest für einige Stunden Kraft tanken für den Rest der Saison.

Bundesligaspieler Dirk Mehlberg über nachlassende Kräfte, das Weihnachtsfest und Dunkings

Beim CV Mitteldeutschland hat es vor kürzlich ordentlich gekracht: Nach dem knappen 3:2-Sieg gegen den punktlosen Tabellenletzten VCO Berlin hatte Albrecht Pfefferkorn, der Geschäftsführer des CVM, auf der Internetseite des Klubs gegen die Mannschaft gewettert. Er überschrieb seinen Bericht: „Das war einfach nur respektlos!“ Im Artikel konkretisierte er dann, dass die Leistung respektlos gegenüber den Fans, dem Management und den Sponsoren gewesen sei. Mittlerweile dürfte die Aufregung jedoch schon wieder etwas verflogen sein, nachdem Mitteldeutschland vergangenes Wochenende gegen KW-Bestensee gewonnen hat. Rottenburgs Trainer Hans Peter Müller-Angstenberger sieht die ganze Aufregung gelassen: „Das zeigt ja nur, welche Ansprüche die haben. Die sind unter Druck.“ Bei Rottenburg könnte er sich so etwas nicht vorstellen: „Das ist nicht unser Stil.“

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21.12.2012, 12:00 Uhr

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