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Bundesweiter Schlag gegen „Osmanen“
Ziel von Razzien war gestern die Rockergruppe „Osmanen“. Foto: Boris Roessler/dpa
Kriminalität

Bundesweiter Schlag gegen „Osmanen“

Mit Razzien geht der Innenminister gegen türkischstämmige Gangster vor – sogar in Gefängnissen.

14.03.2018
  • AXEL HABERMEHL

Berlin/Stuttgart. Die Polizei ist gestern bundesweit gegen die türkisch-nationalistische Gruppe „Osmanen Germania“ vorgegangen. Rund 1000 Beamte waren im Einsatz. In acht Bundesländern fanden Durchsuchungen in rund 60 Objekten statt. Es kam zu Beschlagnahmungen, Verdächtige wurden zu richterlichen Vernehmungen geladen.

Angeordnet hatte die Maßnahmen der geschäftsführende Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU), auf Grundlage des Vereinsgesetzes. „Es besteht der dringende Verdacht, dass Zweck und Tätigkeit des Vereins ,Osmanen Germania BC' den Strafgesetzen zuwiderlaufen“, ließ der Minister zur Begründung mitteilen.

Der Schwerpunkt der Polizeiaktion lag dem Vernehmen nach in Nordrhein-Westfalen. Aber auch in Baden-Württemberg seien acht Objekte durchsucht worden, wie Landes-Innenminister Thomas Strobl gestern erklärte. Rund 100 Polizisten seien im Einsatz gewesen, vor allem vom Landeskriminalamt und dem Polizeipräsidium Einsatz.

Die Razzien hätten in den Landkreisen Böblingen, Karlsruhe, Ortenau und Schwäbisch Hall sowie in den Stadtkreisen Mannheim und Stuttgart stattgefunden. Die Aktion habe der weiteren Aufklärung der Vereinsstruktur gedient. Man habe Unterlagen, Mobiltelefone und zahlreiche Speichermedien beschlagnahmt. Dem Vernehmen nach stellten die Beamten auch kleinere Mengen Rauschgift, Doping-Substanzen und Waffen fest, allerdings nicht in bemerkenswertem Ausmaß.

Nach Informationen dieser Zeitung wurden auch Gefängniszellen der Justizvollzugsanstalten Offenburg und Stammheim durchsucht. Dort sitzen Osmanen-Mitglieder, die zur weltweiten Führungsebene Gruppe gehören sollen: der mutmaßliche „Weltpräsident“ und sein Vize. Demnächst beginnt in Stuttgart auch ein größerer Strafprozess wegen diverser schwerwiegender Gewaltverbrechen.

„In Baden-Württemberg dulden wir keine Straftaten von Rockern und rockerähnlichen Gruppierungen“, sagte Strobl. Im Land soll es etwa 100 Mitglieder und Unterstützer der Osmanen geben, die Gruppe bestehe seit 2015.

Axel Habermehl

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14.03.2018, 06:00 Uhr

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