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Preiswert sorgenfrei

Burgruine Wehrstein soll 2011 fertig saniert werden

Knapp 10 000 Euro soll der Sulzer Gemeinderat für die Sanierung der Fischinger Ruine Wehrstein locker machen. Dafür gibt‘s dann eine Sanierung im Wert von 160 000 Euro, welche die Ruine für die nächsten Jahrzehnte konservieren wird.

29.09.2010
  • Hans-Jörg Schweizer

Fischingen. 160 000 Euro Gewinn für 10 000 Investition – das klingt nach einer super Rendite. Wie das gehen soll? Mit Zuschüssen. Das Landesdenkmalamt hat bereits knapp die Hälfte der Sanierungskosten, nämlich 72 000 Euro, als Zuschuss zugesagt. Zusätzlich will sich die Denkmalstiftung Baden-Württemberg mit 40 000 Euro einbringen. 24 000 Euro würde die Familie Gfrörer bezahlen, die seit 2006 Besitzer der Ruine und des umgebenden Waldes ist, und der Förderverein würde sich mit Eigenleistungen im Wert von etwa 5000 Euro einbringen. Damit bleiben jeweils 9245 Euro an der Gemeinde Empfingen und der Stadt Sulz mit ihrem Teilort Fischingen hängen.

Die Aufteilung der Pflege und Sanierungskosten zwischen Besitzer Gfrörer (50 Prozent) und den Pächtern Sulz und Empfingen (je 25 Prozent) zusammen mit dem Förderverein wurde vor knapp einem Jahr vertraglich geregelt.

Der ebenfalls im vergangenen Jahr im August gegründete Förderverein Burgruine Wehrstein war also seither alles andere als untätig. Die Ruinenfreunde um Hubert Breisinger haben nicht nur ein historisches Spektakel auf der Ruine veranstaltet, Bäume gefällt und immer wieder ganz viel am Mauerwerk gerichtet. Der Verein hat inzwischen vor allem auch einen fachmännischen Sanierungsplan vorliegen, der für besagte 160 000 Euro die komplette Restauration des „Rundturms“ (55 000 Euro) und des Schießkammergewölbes (105 000 Euro) in Aussicht stellt. Auch eine passende Spezialfirma aus der Nähe von Leipzig wurde schon gefunden, die auch Kapazitäten frei hat und noch dieses Jahr mit Sicherung und Sanierung der Schießkammer anfangen könnte.

Doch so schnell geht‘s zumindest in Sulz nicht. Denn der Ausschuss für Technik und Umwelt hat zwar am Montag die Ruine besichtigt, doch die Zusage besagter 9245 Euro kann erst in der zum Jahresende anstehenden Haushaltsdebatte des Gemeinderates gemacht werden.

In Empfingen geht sowas schneller: Da stellte ein frisch wiedergewählter Bürgermeister Albert Schindler, der mit einigen seiner Gemeinderäte auch am Montag auf die Ruine gewandert war, kurzerhand Beschlussfähigkeit fest, ließ abstimmen und teilte dem Fördervereinsvorsitzenden Hubert Breisinger kurzum die einstimmig beschlossene Zusage der 9245 Euro aus Empfingen mit.

Vielleicht kann der Förderverein also doch noch diesen Herbst mit der Sanierung loslegen, denn auch Burgherr Alois Gfrörer habe bereits signalisiert, einen Batzen Geld vorzustrecken. Vor allem das teilweise eingestürzte Gewölbe der Schießkammer soll möglichst noch vor dem Winter gegen eindringendes Wasser gesichert werden. Im Zuge der Sanierung soll dann der Schutt aus der Kammer geräumt und deren Gewölbe rekonstruiert werden.

Der andere Bauabschnitt betrifft den Rest des Rundturms. Als die Burg noch dem Fürstenhaus Hohenzollern gehörte, war dort ein eher hässlicher Stahlträger eingebaut worden, um die Mauerreste abzustützen. Bei der anstehenden Sanierung sollen nun aus dem Bauschutt unterhalb wieder einige Mauerteile rekonstruiert werden, sodass gemäß alter Pläne wieder eine Fensteröffnung entsteht.

Breisinger hofft, dass bereits Ende 2011 die ganze Ruine fertig saniert ist und seinem Förderverein dann vor allem die Aufgabe der Pflege bleibt. Das Ruinengelände soll jedenfalls im Zuge der Sanierung noch besser und bequemer für die Öffentlichkeit begehbar gemacht werden. In der Schießkammer, so stellt es sich Breisinger vor, könnten nach der Sanierung auch mal Ausstellungen gezeigt werden.

Burgruine Wehrstein soll 2011 fertig saniert werden
Seit 2003 wurden in der Nordwest-Mauer der Fischinger Burgruine Wehrstein sowie in der „Kaminwand“ (ganz oben rechts) etwa 70000 Euro verbaut. Die Hälfte hat das Landesdenkmalamt als Zuschuss gebracht, je 3500 Euro kamen aus Empfingen und Sulz. Vor allem sehr viel Arbeitszeit haben die Mitglieder des einstigen Förderkreises und jetzigen Fördervereins Burgruine Wehrstein eingebracht. 2011 soll auch der Rundturm (vorne) saniert werden.Bilder: hz

Burgruine Wehrstein soll 2011 fertig saniert werden
Hubert Breisinger, der Vorsitzende des Fördervereins, erläuterte den Gemeinderatsmitgliedern aus Sulz und Empfingen die einzelnen Bauabschnitte der geplanten Sanierungen, unter anderem am Gewölbe der Schießkammer.

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29.09.2010, 12:00 Uhr

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