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Burning Markus
CSU-Kronprinz Markus Söder. Foto: dpa

Burning Markus

28.04.2016
  • PATRICK GUYTON

Da hat doch Horst Seehofer erst kürzlich gesagt, wo die leidige Debatte über seine Nachfolge als CSU-Chef und bayerischer Ministerpräsident bei ihm lagert: daheim "im Gefrierschrank". Doch Markus Söder, Bayerns Finanzminister und bekanntester Kronprinz, hält sich partout nicht daran. So wie gestern Abend beim Maibock-Anstich im Münchner Hofbräuhaus. Da sagt er über den Altvorderen Seehofer und sich selbst: "Horst mag es lieber kalt, ich lieber heiß. Er ist fürs Einfrieren, ich fürs Auftauen. Manche nennen uns auch Frozen-Horst und Burning-Markus."

Wenn Söder als Hausherr des staatseigenen Hofbräuhauses ans Rednerpult tritt, so ist dies eine ebenso reizvolle wie riskante Aufstellung. Ein Politiker macht Kabarett über Politik. Es ist ein Minenfeld, und er ist selbst ein Teil davon. Der karrierebewusste Franke wird immer besser in diesem Format, das angelehnt ist an den Starkbier-Anstich auf dem Nockherberg Ende Februar.

Er habe ja, so flachst Söder, bei der Staatskanzlei ausdrücklich nachgefragt, wie viel Humor man an diesem Abend aushalten würde. Es gab die Antwort: "Gar keinen". Seehofer kommt zu diesem Termin traditionell nicht. Auch George Cloney habe abgesagt. Warum? "Clooney dreht einen Film, und der Horst dreht am großen Rad der Weltpolitik." Söder arbeitet sich an Seehofer ab, als Derblecker nutzt er die Narrenfreiheit. Auch die anderen - anwesenden - Politiker erhalten Watschn. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt wird wegen seiner schrillen Sakkos zum "Trendsetter 1970" ernannt, Bayerns Grünen-Ikone Margarete Bause ob ihrer feuerroten Frisur zum "elektrisierten Wellensittich". Und Ilse Aigner, die Konkurrentin in der realen Politik, bekommt eine Geschichte von vor 30 Jahren erzählt, ein Söder merkt sich so etwas: Damals habe sie ihn als Landesvorsitzenden der Jungen Union vorgeschlagen: "Du bist die Nummer Eins, das Beste für Bayern, Du sollst uns anführen." Jetzt empfiehlt Söder ihr: "Ilse, bleib bei Deiner Meinung." Er hoffe ja, dass 2018, wenn Seehofer denn abtreten möchte, "der Kontakt zwischen uns nicht abreißt".

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28.04.2016, 06:00 Uhr

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