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Verkehr

Bus-Engpass am Hochgericht

Wegen der Sperrung der Glattbrücke kann es zwischen Sulz und Glatt zu brenzligen Situationen kommen. Schüler nach Fischingen brauchen deutlich länger.

10.11.2016

Von Cristina Priotto

Die Baustelle an der Glattbrücke bei Neckarhausen macht Fortschritte, zwingt Busse aber zu langen und teils heiklen Umleitungen.Bilder: Priotto

Für Autofahrer zwischen Sulz und Glatt ist die Haarnadelkurve an der Abzweigung zum Waldweg beim Hochgericht für sich schon eine Herausforderung. Bei Gegenverkehr muss zumindest ein Fahrer nicht selten in Richtung Böschung oder Hang ausweichen oder mehrmals rangieren, damit beide Fahrzeuge ohne Berührung aneinander vorbeikommen.

Für zwei Busse ist die K5512 an dieser Stelle erst recht nicht ausgelegt. Während des Neubaus der Glattbrücke und der damit verbundenen Sperrung der Kreisstraße in Richtung Neckarhausen kann es jedoch aufgrund der angepassten Fahrpläne vorkommen, dass sich zwei Busse just im Kurvenbereich begegnen.

Eine solche Situation hat sich diese Woche am Montag zugetragen: Ein Bus der Linie 7410 war von Sulz kommend bei Dunkelheit kurz vor 18 Uhr gerade von der Schillerhöhe zur Haltestelle Wasserschloss unterwegs, als sich von Glatt kommend ein verspätetes Fahrzeug bergaufwärts näherte.

Wegen der Dunkelheit bemerkten die Busfahrer den Engpass erst, als beide Fahrzeuge schon in die Haarnadelkurve eingefahren waren. Was folgte, war ein aufwendiges Rückwärtsfahren und Rangieren, das als Kettenreaktion auch nachfolgende Verkehrsteilnehmer zu Manövern zwang. Erst nachdem beide Fahrer die Busse mehrmals vor- und zurückgesetzt hatten und der aus Glattt kommende Bus weit in Richtung der Abzweigung zum Wald ausgewichen war, löste sich der Stau auf.

Bei der Südwestbus GmbH in Freudenstadt ist das Problem bekannt: „So etwas kommt mehrfach im Jahr vor“, teilte ein Sprecher auf Nachfrage der SÜDWEST PRESSE mit. Über Funk verständigen können sich die Fahrer jedoch nicht: „Sie fahren auf Sicht, denn im Glatttal funktioniert der Funk nicht“, erklärt Ingrid Fuhrmann. Die Fahrer wüssten jedoch aufgrund des Fahrplans, dass bei Verspätungen ein Gegenbus möglich sei. „Wenn‘s dumm läuft, muss einer rangieren“, sagt Fuhrmann. Beschwert hätten sich die Fahrer darüber bislang noch nicht.

Normalerweise dürfte es zu solchen Begegnungen gar nicht kommen, denn die Südwestbus-Linie 7410 Sulz-Glatttal-Dornhan-Weiden-Sulz verläuft eigentlich vom Glatttal aus über Fischingen durchs breite Neckartal nach Sulz und in die umgekehrte Richtung.

Solange die Glattbrücke bei Neckarhausen ausgebaut wird, ist die direkte Zufahrt vom Neckar- ins Glatttal jedoch blockiert.

Dies wirkt sich auch auf den Schülertransport aus: Die Glatter Schulkinder sitzen morgens deutlich länger als sonst im Bus, denn um aus dem Glatttal die Grundschule in Fischingen anzusteuern, muss der Bus einen Umweg über die Schillerhöhe und Sulz fahren.

Bis Mitte Dezember kann es noch mehrfach zu solchen Situationen kommen. Zwischen Mitte Dezember und Mitte März 2017 legt die Baufirma Brodbeck dann eine Baupause ein. Währenddessen soll die Brücke halbseitig befahrbar sein. Der Abschluss der Arbeiten ist im Mai 2017 geplant.

In der engen „Hochgericht“-Haarnadelkurve zwischen Glatt und Sulz trafen am Montagabend wegen der Umleitung zwei Busse aufeinander.

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Erstellt:
10. November 2016, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
10. November 2016, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 10. November 2016, 01:00 Uhr

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