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Weitere Greifvogel-Angriffe in Kusterdingen und im Ehrenbachtal

Bussarde attackieren nach wie vor die Jogger

Wie die Alten sungen, so zwitschern auch die Jungen? Das gilt vielleicht für Singvögel. Aber keinen Reim kann sich eine Joggerin und TAGBLATT-Leserin in Kusterdingen darauf machen, dass sie gelegentlich noch immer von Bussarden attackiert wird.

07.07.2015
  • Ernst Bauer

Wir hatten Anfang Mai darüber berichtet, dass eigentlich nur während der Brutzeit die Elterntiere aggressiv werden. Weil sie um ihre Jungen im Nest fürchten. Doch lassen wir die Leserin selber erzählen: „Nun musste ich aber merkwürdigerweise in der – will man ja jetzt im Juli meinen – Saison außerhalb der ‚Nestphase‘ gestern früh gegen 5.45 Uhr wieder einen Angriff über mich ergehen lassen.“ Dabei seien augenscheinlich zwei Erwachsenentiere gleichermaßen aktiv gewesen. Sie kamen „abwechselnd in Kampfflug-Attacken auf mich herabgestürzt, um in Millimeterbreite an meinem Kopf vorbeizuschießen, wobei ich jedesmal diesen typischen zischenden Luftzug verspürte“. Am Himmel sei eine komplette Bussardfamilie aufgetaucht – „mit anderen Worten: Die bereits geschlüpften Jungtiere flogen mit. Das war mein Eindruck.“

Ein Eindruck, den ein TAGBLATT-Kollege, der in Immenhausen wohnt, bestätigt – zumindest was die immer noch anhaltenden Bussard-Angriffe auf den Härten, an der beliebten Joggerstrecke ins Ehrenbachtal anlangt: Da sei er zuletzt auch mehrfach attackiert worden – obwohl er, wie vom Revierförster empfohlen, immer einen Stock bei sich habe. „Ich laufe jetzt schon eine andere Strecke.“ Denn „Stuka-mäßig“ würden sich diese Bussarde auf einen herabstürzen.

Ist denen die Hitze zu Kopf gestiegen? Ausgeschlossen, sagt Revierförster Jürgen Schneider. Aber das mit den Jungvögeln könne schon sein: „Wenn sie Elternpaare haben, die laufend animiert werden, Jogger anzugreifen, tradiert sich das an die Jungvögel.“ Ob das in diesem verbissen verteidigten Bussard-Revier allerdings tatsächlich die Jungen sind, „das müsste man sich genau angucken“. Die Aufzucht ist jedenfalls vorbei, sagt Schneider, die Jungvögel sind flügge, sind „zum Teil mit unterwegs“ – und bei einem Bussard „kann es einfach sein, dass eine Situation eintritt, wo er sich bedroht fühlt“.

Der sich ebenfalls bedroht fühlende Mensch müsse das aushalten, tolerieren. Es habe andernorts sogar schon Verletzungen durch Raubvögel gegeben. Schneider: „Das müssen wir hinnehmen.“ Der Bussard stehe unter Artenschutz.

Im Übrigen lasse sich der Bereich, in dem die Tiere angreifen, ja eingrenzen, so der Förster. Das seien auf dem Weg ins Ehrenbachtal etwa 600, 700 Meter – „der Nahhorstbereich, wo er sehr empfindlich ist“.

Aber wenn der Bussard neuerdings schon Nordic Walkerinnen angreift, wie am vergangenen Freitag? Da genüge es natürlich nicht, seinen Stock oder Stecken zum Abschrecken einfach nur mit sich zu führen. Den müsse man, so rät der Revierleiter, „schnell über sich halten, wie eine Antenne!“ Dann greife er nicht an.

Bussarde attackieren nach wie vor die Jogger
Hier ganz friedlich: ein Bussard, der letztes Jahr im Vogelschutzzentrum verarztet wurde.Archivbild: Franke

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07.07.2015, 12:00 Uhr

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