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Politiker auf Fortbildung

CDU-Landes-Chef Thomas Strobl schaute sich auf seiner Sommertour bei Team-Training um

Thomas Strobl und eine Schar von Parteifreunden ließen sich gestern Nachmittag das Konzept von Team-Training erklären. Der CDU-Landes-Chef zeigte sich beeindruckt von der individuellen Förderung und der hohen Motivation der Kursteilnehmerinnen.

24.08.2012
  • Renate Angstmann-Koch

Tübingen. A. Naike Masseme kommt aus Togo. Neun Jahre lebte sie in Potsdam, ehe sie einen Neuanfang wagte und aus familiären Gründen nach Baden-Württemberg zog. „Dort passierte nichts. Ich war im Deutschkurs, aber er brachte nichts, weil ich keine Gesprächspartner hatte“, berichtete sie der Besuchergruppe der CDU. Im Projekt Optima für Migrantinnen, für das Team-Training auch EU-Fördermittel erhält, hat Masseme täglich Gelegenheit zu reden – und lernt vom Umgang mit Computern bis zu Grundlagen des Sozialrechts auch sonst Einiges dazu. „Ich habe viel Kraft für die Zukunft“, zeigte sich die dreifache Mutter zuversichtlich. Sie möchte Erzieherin werden und sucht einen Ausbildungsplatz. Den anderen Frauen im Kurs geht es ähnlich.

Optima startete Ende 2010. Die Kurse laufen über zwei Jahre. 140 Migrantinnen aus Tübingen und Reutlingen werden in diesem Programm geschult, berichtete Andreas Pfeifer. Es handelt sich um ein „Peer-Projekt“, die Teilnehmerinnen sollen ihre Kenntnisse an andere Frauen weitergeben.

Die 1997 gegründete Schulungs- und Beratungsfirma erreicht mit ihrem Weiterbildungsangebot weit überwiegend Frauen. Mit 22 fest angestellten und 35 freiberuflichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist sie an zwölf Standorten in den Kreisen Tübingen, Reutlingen, Zollernalb und Böblingen aktiv. Am Stammsitz in der Tübinger Walter-Simon-Straße werden derzeit auch „Betreuungskräfte in Pflegeheimen“ geschult. Den Ausbildungsgang über 14 Wochen gibt es seit fünf Jahren. Er wird nur vereinzelt von Männern genutzt, erläuterte Rolf Hirschbühl.

„Morgens werden in diesem Raum erstmal deutsche Volkslieder gesungen“, beschrieb Geschäftsführer Cornelius Ambros die Atmosphäre im Kurs. „Ach, das ist ja schön“, sagte Thomas Strobl, der sein Interesse an der Arbeit Firma ebenso wie seine Begleiter mit vielen Fragen dokumentierte.

Die Tübinger CDU-Bundestagsabgeordnete Annette Widmann-Mauz erkundigte sich in Anspielung auf Ursula von der Leyens Vorschlag, Hartz-IV-Empfänger zu Pflegekräften zu machen, nach Erfahrungen. Es komme durchaus vor, dass eine Teilnehmerin, die das Berufsbild zunächst ablehnt, im Lauf der Ausbildung Empathie entdeckt, sagte Ambros.. Doch wichtig sei, schon im Vorfeld neben den fachlichen Voraussetzungen zu prüfen, ob jemand für den Beruf wirklich geeignet ist. Thomas Penka stellte das Kaufmännische Trainings-Center vor, das nach einer besonderen Selbstlern-Methode arbeitet und dadurch eine hohe Flexibilität der Teilnehmerinnen zulässt. Allerdings stehe jederzeit eine Lehrkraft zur Verfügung, der Betreuungsaufwand sei sehr hoch. Viele Kursteilnehmer befänden sich überdies wegen ihrer Arbeitslosigkeit in einer Lebenskrise und brauchten eine Gruppe, die sie auffängt.

Spezielle Angebote zur beruflichen Orientierung gibt es auch in Alleinerziehenden-Beratungs-Centern. „Klare Ausrichtung ist, den Berufseinstieg zu ermöglichen“, betonten Juliane Steimle und Susanne Schlauss. Oft hapert es an den Möglichkeiten zur Kinderbetreuung, erklärte Schlauss zum Erstaunen des Rottenburger Oberbürgermeisters Stephan Neher. Beim Betreuungsangebot gebe es offenbar Unterschiede zwischen Städten und ländlichem Raum, stellte Thomas Strobl fest.

CDU-Landes-Chef Thomas Strobl schaute sich auf seiner Sommertour bei Team-Training um
Die Teilnehmerinnen A. Naike Masseme (links) und Lorena Garcia del Cid erläuterten den CDU-Bundestagsabgeordneten Annette Widmann-Mauz und Thomas Strobl und dem Kreisvorsitzenden Klaus Tappeser das Konzept des Kurses für Migrantinnen Optima. Rechts Andreas Pfeifer von Team Training. Bild: Sommer

Thomas Strobl ist als Nachfolger Annette Schavans im Gespräch, die ihren Posten als stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende räumt. Zu seinen eigenen Ambitionen wollte er sich gestern nicht äußern. Die Entscheidung müsse der Landesvorstand treffen und dabei die Mitglieder einbeziehen. Der Bundestagsabgeordnete machte aber klar, dass die Baden-Württemberg-CDU als zweitgrößter Landesverband einen der vier Vize-Posten beansprucht. Die bisher geführten Gespräche stimmten ihn zuversichtlich, dass man das auch anderswo so sehe.
Für normal hält es Strobl, dass der ausgeschiedene Ministerpräsident Stefan Mappus die Festplatte seines Büro-PCs löschen ließ: „Es wird kein Regierungschef und auch sonst niemand seinen Arbeitsplatz verlassen, ohne persönliche Aufschriebe und Notizen mitzunehmen.“

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24.08.2012, 12:00 Uhr

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