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Thomas Sternberg neuer ZdK-Präsident

CDU-Politiker setzt sich auf Vollversammlung der Katholiken gegen Maria Flachsbarth durch

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken hat einen neuen Präsidenten. Thomas Sternberg (CDU) hat die Wahl überraschend deutlich gewonnen und fordert ein frisches und lebendiges Auftreten.

21.11.2015
  • JOACHIM HEINZ, KNA

Bonn Der Wahlsieger war am Ende selbst überrascht. Thomas Sternberg galt als Außenseiter bei der Wahl zum Präsidenten des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK). Und doch setzte sich der nordrhein-westfälische CDU-Landtagsabgeordnete gestern auf der Herbstvollversammlung des ZdK gleich im ersten Wahlgang gegen die favorisierte Mitbewerberin Maria Flachsbarth (CDU) durch. Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundeslandwirtschaftsministerium kam auf 75 von 190 Stimmen, für Sternberg votierten 110 Teilnehmer, es gab fünf Enthaltungen.

Der CDU-Politiker überzeugte die Vollversammlung mit klaren Ansagen. Etwa, dass künftig die ökumenische Arbeit noch mehr in den Vordergrund zu rücken sei, um in einer säkularen Gesellschaft als Christen Gehör zu finden. Oder dass sich das ZdK im Dialog mit dem Islam stärker profilieren müsse.

Selbstbewusst blickte der 63-Jährige auf das Verhältnis des Katholikenkomitees zur Deutschen Bischofskonferenz. "Die katholischen Laien müssten eigentlich viel stärker und mit mehr Selbstbewusstsein in die politische Debatte gehen. Die Kernkompetenz der Bischöfe hingegen liegt im pastoralen Bereich", sagte Sternberg. "Wir sollten die Stärken besser nutzen und die Kräfte bündeln."

Zudem wünscht sich der neue ZdK-Präsident ein frischeres und lebendigeres Auftreten. Wie nötig das ist, zeigte der weitere Verlauf der Vollversammlung. Auch bei Diskussionen über die Flüchtlingskrise oder die Kulturpolitik blieb der Bezug zur Aktualität schwammig, Strahlkraft wollte nicht so recht ausgehen. Impulsreferate, Erklärungen und Arbeitsgruppen bezeichnete ZdK-Generalsekretär Stefan Vesper als "heilige Kühe". Wie er mit dieser geschützten Spezies in den folgenden zwei Jahren umgeht, wird mit über den Erfolg der Präsidentschaft Sternbergs entscheiden.

Glückwünsche für Sternberg gab es nicht nur vom Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, sondern auch von Bundespräsident Joachim Gauck und SPD-Chef Sigmar Gabriel.

Sternbergs folgt auf den CSU-Politiker Alois Glück, der sechs Jahre lang die Geschicke des Gremiums geleitet hat. Dieser appellierte eindrücklich daran, weiter Menschen für die Mitarbeit in Verbänden und Parteien zu gewinnen. Um eine Demokratie lebendig zu halten, brauche es mehr als Facebook. Innerkirchlich warnte Glück noch einmal davor, sich in Grabenkämpfen zu verlieren.

Auf der Vollversammlung, die heute endet, wurde auch den Opfern der Anschläge von Paris gedacht - mit einem gesungenen französischen "Vater unser" gefolgt von der auf Deutsch gebeteten Fassung.

CDU-Politiker setzt sich auf Vollversammlung der Katholiken gegen Maria Flachsbarth durch
Der neue Oberkatholik: Thomas Sternberg (CDU) ist gestern überraschend zum Präsidenten des ZdK gewählt worden. Foto: dpa

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21.11.2015, 12:00 Uhr

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