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Abschied vom Märchenschloss

CDU will zweite Tonne-Spielstätte, aber kein Theaterzentrum in der Planie 22

Geht es nach der CDU-Fraktion, soll die Tonne in der ehemaligen Heinzelmann-Fabrik eine dauerhafte Bleibe erhalten. Die Erweiterung zum Theaterzentrum lehnt sie aber ab. Entsprechende Anträgeliegen der Stadtverwaltung seit gestern vor.

23.09.2010
  • uschi kurz

Reutlingen. Bereits im Mai hatte die CDU-Fraktion ihre Ablehnung des vom Architekturbüro Achatz entwickelten Entwurfs (Neubau der zweiten Tonne-Spielstätte an der Urbanstraße und späterer Ausbau der Planie 22 zu einem Theaterzentrum) kundgetan.

CDU will zweite Tonne-Spielstätte, aber kein Theaterzentrum in der Planie 22
Im rechten Gebäudetrakt will die CDU-Fraktion die zweite Spielstätte für die Tonne unterbringen. Der Rest des Areals soll Investoren anlocken.Bild: Haas

„Wir stehen zu der Standortentscheidung“, betonte der stellvertretende Fraktionschef Karsten Amann, dass die CDU-Fraktion dem Tonne-Theater auf dem ehemaligen Heinzelmann-Areal „eine dauerhafte Heimat“ geben wolle. Gestern stellte er gemeinsam mit Stadträtin Annette Seiz ein Sanierungskonzept vor, das ansonsten von den Achatz-Plänen, die von der Stadtverwaltung und der SPD-Fraktion favorisiert werden, aber ganz erheblich abweicht. Amann zählte noch einmal die Gründe für die Ablehnung der Neubau-Variante auf: Zu hoher finanzieller Aufwand, Verlust der Fabrik-Atmosphäre und eine falsche städtebauliche Ausrichtung mit dem Eingang zur Urbanstraße hin.

Der CDU-Antrag sieht stattdessen vor, das Atelier Achatz mit einer erneuten Planung zu beauftragen:

Im Mittelteil des – von der Planie aus gesehenen – rechten Gebäudetraktes F (die provisorische zweite Spielstätte der Tonne befindet sich momentan im Gebäudeteil G), soll ein Theatersaal für 150 bis 200 Personen Platz finden.

Die Pläne für eine Erweiterung der Tonne-Spielstätte zu einem Theaterzentrum am Standort Planie werden nicht weiter verfolgt.

Wenn man das bestehende Fabrikgebäude zur zweiten Spielstätte ausbaue, so Amann, bliebe nicht nur der Werkstatt-Charakter, sondern auch die Ausrichtung zur grünen Achse der Planie erhalten.

Als ausschlaggebend für seine Fraktion, das Theaterzentrum nicht weiter zu verfolgen, nannte er die hohen Kosten (statt der veranschlagten 4,8 Millionen Euro rund 12 Millionen): „Die Grundlagen für ein Theater-Zentrum sind entfallen.“ Selbst die Stadtverwaltung, so Amann, gehe mittlerweile davon aus, dass eine Realisierung des Theaterzentrums mit dem 300er-Saal in den nächsten 15 bis 20 Jahren gar nicht möglich, weil nicht finanzierbar, sei. Letztlich habe es sich beim Theaterzentrum um ein „Märchenschloss“ gehandelt: „Wir müssen so ehrlich sein, davon Abschied zu nehmen.“

Kein Abschied von der Kulturkonzeption

Die Idee, den Gebäudetrakt F auszubauen, sei in Absprache mit dem Architekten Walter Achatz entstanden, der bei seiner Planung davon ausgegangen sei, dass sie zwar in mehreren Bauabschnitten, aber doch zügig nacheinander realisiert hätte werden können. Wenn das Theaterzentrum aber auf so lange Sicht nicht komme, mache der Ausbau mehr Sinn. Zudem könne man das Fabrikgebäude nicht so lange für eine Erweiterung zum Theaterzentrum freihalten. Eine Interimsnutzung sei teuer und einem möglichen Investor nicht zuzumuten: „Unser Vorschlag ermöglicht einen Realisation aus einem Guss.“

Den Vorwurf, dass sich die CDU-Fraktion damit „heimlich still und leise von der Kulturkonzeption“ verabschiede, weist Amann von sich. Wenn man jetzt einen 200er- Saal realisiere, dann sei das sogar mehr, als die Stadt in ihrer Neubau-Variante vorgesehen hätte. Dann könne die zweite Spielstätte der Tonne „auch für andere Theatergruppen offen sein“.

„Wir sind von ganz anderen Voraussetzungen ausgegangen“, betont auch Annette Seiz. Einen Neubau könne man den Bürgern nur schlecht vermitteln: „Den müsste man ja auch nicht unbedingt in der Planie verwirklichen.“ Um die Fläche besser vermarkten zu können, kann sie sich auch einen Umzug des Naturkundemuseums vorstellen. Das Backsteingebäude in der „teuersten Wohngegend Reutlingens“, würde sich für eine andere Nutzung geradezu anbieten.

Nun wartet die CDU gespannt auf die Reaktion der anderen Fraktionen. „Das Schlechteste“, meint Amann, „wäre doch, wenn überhaupt nichts passiert.“

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23.09.2010, 12:00 Uhr

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