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Keine Schnellschüsse

Caritas warnt vor Stopp des Familiennachzugs

Als „dramatisches Integrationshindernis“ hat die Leiterin der Hauptabteilung Caritas der Diözese, Irme Stetter-Karp, die von der Bundesregierung geplanten Änderungen beim Familiennachzug bezeichnet.

23.11.2015

Rottenburg. Die Begrenzung des Familiennachzuges stünde dem besonderen Schutz von Ehe und Familie nachweislich entgegen, sagte Stetter-Karp mit Blick auf die heute im Bundeskabinett stattfindenden Beratungen zum sogenannten „Asylpaket II“. „Menschen vereinsamen lassen, statt ihnen den elementaren Schutz durch die eigene Kernfamilie zu ermöglichen, lehnen wir entschieden ab“, betonte die Rottenburger Ordinariatsrätin.

„Ich sehe keinen Vorteil darin, junge verheiratete Männer in Deutschland in die kulturelle Einsamkeit zu treiben.“ Gerade in der aktuellen Situation seien nachhaltige Lösungen zwingend notwendig, keine Schnellschüsse, die im Widerspruch zu den kulturellen Werten stünden.

Mit Hilfe des Flüchtlingshilfefonds der Diözese seien in den vergangenen Jahren immer wieder Familien zusammengeführt worden, sagte Stetter-Karp. So habe man zum Beispiel einer jungen Mutter aus Gambia geholfen, ihre beiden minderjährigen Kinder nachzuholen, denen in ihrem Heimatdorf die Zwangsbeschneidung drohte. Alle drei würden mittlerweile gut Deutsch sprechen und seien dabei, in Baden-Württemberg Fuß zu fassen.

Auch einen Journalisten aus Afghanistan, der 2011 ohne seine Frau und seine fünf Kinder fliehen musste, habe die Diözese unterstützt. Mittlerweile seien alle Familienmitglieder in Deutschland und verdienten ihren Lebensunterhalt selbst.

Letztes Beispiel: Eine jungen syrische Familie sei seit Mai dieses Jahres dank finanzieller Unterstützung der Diözese wieder vereint. Als Chemikerin mit Master-Abschluss habe die Frau gute Chancen, schon bald zum Familienunterhalt beizutragen.ST

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23.11.2015, 12:00 Uhr

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