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Im Blut der Mutter

Cenata hat Lizenz für Pränatal-Tests erworben

Viele werdende Eltern lassen in den ersten Schwangerschaftswochen testen, ob ihr Kind eine Chromosomen-Störung hat. Der weltweite Marktführer solcher nicht-invasiven Tests hat seine Technologie, den „Harmony-Test“, jetzt an das Tübinger Unternehmen Cenata auslizensiert.

27.07.2015
  • an

Tübingen. Im mütterlichen Blut befinden sich bereits früh in der Schwangerschaft neben der Erbinformation der Mutter auch Erbinformationen des Kindes. Seit einigen Jahren gibt es Testverfahren, die diese Informationen sehr zuverlässig lesen können.

Im Gegensatz zur Fruchtwasseruntersuchung, bei der das Fruchtwasser über eine Injektionsnadel aus der Fruchtblase entnommen werden muss, reicht bei diesen Testverfahren die Blutabgabe der Mutter aus. Im Blut kann festgestellt werden, ob das ungeborene Kind an einer Chromosomen-Störung (zum Beispiel Trisomie 21 – Down-Syndrom) leidet.

Das Tübinger Labor Cenata, ein Tochterunternehmen des Biotech-Unternehmens Cegat, hat die Lizenz für den Harmony-Test erworben. In den ersten beiden Monaten seit Erwerb der Lizenz wurden bereits 2000 Tests im Auftrag von Kliniken und niedergelassenen Ärzten ausgewertet, teilte die Cenata mit. Der Test wird von den Krankenkassen nicht bezahlt und kostet rund 400 Euro.

Bluttests auf Chromosomenstörungen ungeborener Kinder haben in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen, weil die neue Generation dieser Tests zuverlässiger ist, als frühere Technologien. Bei den Vorläufern dieser Bluttests gab es einen Anteil von bis zu fünf Prozent falsch-positiver Ergebnisse: Es wurde eine Chromosomen-Störung diagnostiziert, obwohl die Kinder gesund waren. Beim Harmony-Test liege die Rate der falsch-positiven Ergebnisse bei 0,06 Prozent. Die Cenata ist das einzige Labor, das diesen Bluttest außerhalb der USA anbietet. Es gibt allerdings vergleichbare Technologien, die zum Beispiel vom Konstanzer Labor Life Codexx angeboten werden.

Bluttest kombinieren mit Ultraschalluntersuchung

An der Tübinger Universitäts-Frauenklinik bestätigt man die wachsende Bedeutung dieser Tests. „Nicht jeder will ein Screening auf Chromosomen-Störungen“, sagte Oberarzt Karl Oliver Kagan. Wer sich aber dafür entscheide, sollte den Bluttest auf jeden Fall mit einer ausführlichen Ultraschall-Untersuchung verbinden. Diese sei sehr viel umfassender und könne auch Fehlbildungen sichtbar machen.

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27.07.2015, 12:00 Uhr

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