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Chance auf einen Neubeginn als Näherin
Nathalie Schaller lässt ihre Textilien in Indien nähen. Foto: eyd
Unternehmen

Chance auf einen Neubeginn als Näherin

Stuttgarterin unterstützt mit ihrer kleinen Modefirma ehemalige Zwangsprostituierte in Mumbai.

14.03.2018
  • RAINER LANG

Stuttgart. Fast wäre das Vorhaben Opfer des eigenen Erfolgs geworden. Die Stuttgarterin Nathalie Schaller gründete mit viel Idealismus ein Modelabel mit humanitärem Anspruch. Das Projekt entwickelte sich so rasant, dass es ihr fast über den Kopf gewachsen wäre. Den Höhepunkt seiner Popularität erreichte das Startup Anfang 2017, als Gerlinde Kretschmann, Gattin des Ministerpräsidenten, den Werkstätten im indischen Mumbai einen Besuch abstattete. Danach war aber erst einmal Schluss mit dem Modelabel „glimpse clothing“.

Vor allem konnte die Gründerin nach vier Jahren die Firma mit ihrem Job als Juristin und dem Alltag als Mutter nicht mehr unter einen Hut bringen. Aufgeben wollte sie aber nicht. Sie hängte ihren Job an den Nagel und startete Ende 2017 im Stuttgarter Osten mit dem neuen Label „eyd“. Dessen Kollektion wird weiterhin in den karitativen Werkstätten der Chaiim-Stiftung in Stuttgarts Partnerstadt Mumbai von ehemaligen Zwangsprostituierten produziert. Die Frauen erhalten eine Ausbildung und somit die Chance auf einen Neubeginn. Produziert werden T-Shirts, Röcke und Taschen. Die Trennlinie zwischen gemeinnützigem Hilfswerk und der Textilfirma sei vor dem Neustart nie so richtig klar gewesen. Jetzt werde die Firma professionell geführt. Daneben engagiert sich der von Schaller gegründete Verein „Made for Humanity“ gegen Menschenhandel, nicht nur in Indien, sondern auch in Deutschland. So soll auch in Stuttgart ein Trainings- und Werkstatthaus für die Opfer von Zwangsprostitution entstehen.

Entstanden ist das Modeprojekt, als Schaller in Vietnam auf das Problem der Zwangsprostitution stieß. 2013 startete „glimpse clothing“. „Das war ein Hobby- und Herzensprojekt“, so Schaller, die das Ganze zusammen mit ihrem Mannes Simon leitete. Schaller ist nun Geschäftsführerin von „eyd“ und hat eine Handvoll Angestellte. Die ersten 4000 aus Bio-Baumwolle produzierten Teile wurden Ende 2017 geliefert. Abnehmer sind Läden und Privatkunden. Die Kollektion wird auf der Messe Fair Handeln im April präsentiert. Rainer Lang

Info www.eyd-clothing.com

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14.03.2018, 06:00 Uhr

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