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Chance gegen Krebs
Leukämie

Chance gegen Krebs

Der Förderverein für krebskranke Kinder und dessen Stiftung finanzieren ein Gerät zur Herstellung von Killerzellen für die Leukämie-Therapie an der Kinderklinik. Von Carina Speck

22.10.2016
  • Carina Speck

Austherapiert? Ein hartes Wort, das auf der Leukämie-Station der Tübinger Kinderklinik keiner hören will. Doch auch hier kommen
viel zu viele kleine Überlebenskämpfer an einen Punkt, an dem nichts mehr zu helfen scheint.

Prof. Rupert Handgretinger, Direktor der Uni-Kinderklinik, verfolgt derzeit einen neuen Ansatz: eine Therapie mit Hilfe gentechnologisch veränderter Lymphozyten des jeweiligen Patienten, den so genannten „CAR-T-Zellen“ (Englisch: chimeric antigen receptor). „Das Hauptproblem in der Krebs-Therapie liegt in der Bekämpfung von Tumoren, die für das Immunsystem unsichtbar sind“, erklärt Handgretinger. Die Folge: Tumorzellen bleiben unentdeckt und die Leukämie kehrt zurück. Hier kommen die CAR-T-Zellen ins Spiel. Diese sollen den Krebs enttarnen und die Leukämie-Zellen bekämpfen. „Das Verfahren hat in Amerika eine Ansprechrate von bis zu 90 Prozent“, berichtet Handgretinger. „Leider ist man in Deutschland etwas hinterher.“ Eine neue Studie soll dies nun ändern – mit Tübingen, Berlin, München und Erlangen als Herstellungszentren für die CAR-T-Zellen.

Eine neue Hoffnung für austherapierte Patienten also? „Dazu fehlt uns leider noch das passende Gerät“, sagt der ärztliche Direktor. Die Betonung liegt hierbei auf „noch“, denn eben dieses Gerät ist jetzt finanziert.

Beim Tübinger Förderverein für krebskranke Kinder und der dazugehörigen Stiftung stieß die geplante Studie sofort auf großes Interesse. „Das sind neue Ansätze für die erfolgreiche Bekämpfung von Leukämie-Zellen“, so der Stiftungsvorsitzende, Prof. Hans-Werner Stahl. „Es kann ja nicht sein, dass so eine tolle Möglichkeit nicht finanziert wird.“ 155000 Euro kostet das Gerät – ein Betrag, den Stiftung und Verein „gerne zusammengekratzt“ haben, so Stahl.

Handgretinger ist dafür sehr dankbar. Es sei wichtig, die CAR-T-Zellen vor Ort herzustellen, da sie den Transport oft nicht überstehen. „Zudem sind wir unabhängig von den Pharmaunternehmen.“ Trotz großer Nebenwirkungen wie etwa hohem Fieber sei diese Therapie zukünftig „eine neue Chance für jeden kleinen Patienten, der das Leben noch vor sich hat.“

Patientennahe Studien

Der Förderverein für krebskranke Kinder sowie die Stiftung unterstützen krebskranke Kinder und deren Familienangehörige und die Kinderklinik in der medizinischen Forschung. Informationen unter www. krebskranke-kinder-tuebingen.de.

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22.10.2016, 01:00 Uhr

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