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Tierschutzprojekt

Charlie und Ben kommen miteinander klar

Revolutionär: Im Wolf- und Bärenpark in Bad Rippoldsau-Schapbach gibt es weltweit die erste Gemeinschaftshaltung von Luchs und Bär im Tierschutz.

19.01.2018

Von NC

Luchs Charlie und Braunbär Ben treffen zum ersten Mal aufeinander – für die Beiden keine große Sache, sie klären direkt die Fronten. Für die Tierschützer im Wolf- und Bärenpark Schwarzwald aber war es ein denkwürdiger Augenblick. Denn damit ist das Tierschutzprojekt weltweit die einzige Einrichtung, indem die beiden Tierarten miteinander leben. Bild: Stiftung für Bären

Luchs Charlie und Bär Ben treffen zum ersten Mal aufeinander. Damit ist das Tierschutzprojekt weltweit die einzige Einrichtung, indem die beiden Tierarten miteinander leben. Der Erfolg gibt wegweisende Perspektiven.

Ein denkwürdiger Augenblick

Es ist ein Moment, der den Mitarbeitern den Atem verschlägt: Luchs Charlie sitzt auf dem Eingang genau der Höhle, in der Braunbär Ben Winterruhe hält. Kurz darauf treffen beide zum ersten Mal aufeinander. Für die Tiere keine besondere Sache. Die Prädatoren klären direkt die Fronten und nach zehn Minuten ist der Bär Ben wieder in seiner Winter-Höhle. Doch den Tierschützern im Schwarzwald ist klar – das gerade war ein denkwürdiger Augenblick. Seit knapp acht Wochen können die Luchse den Zugang nutzen, der ihre Anlage mit der verbindet, in der Braunbär Ben gerade seine Winterruhe verbringt. Der als Langschläfer bekannte Braunbär ließ sich am 5. Januar blicken und weckte alsbald das Interesse des Kuders Charlie.

In keiner anderen Einrichtung leben Bär und Luchs zusammen. Im Gegenteil, in der Regel setzen die Verantwortlichen lieber auf Einzelhaltung der Arten und künstliche Beschäftigungselemente. Doch diese sind nicht nur kostenintensiv, sondern mitunter auch gefährlich. Die Tiere können oftmals ihre synthetischen „Spielzeuge“ nicht einschätzen, was durchaus zu Verletzungen führen kann.

Natürliche Interaktion

Die Erfahrung in den Projekten der Stiftung für Bären hat im Gegenzug gezeigt, dass die Gemeinschaftshaltung hingegen zu nachhaltig positiven Ergebnissen führt. Grund dafür ist die natürliche Interaktion der Tiere. Genau dieses instinktive Verhalten wirkt sich in dem Tiermanagement der Tierschützer aus und führte auch zu dem Erfolg der Gemeinschaftshaltung: Der Durchgang zur Bärenanlage wurde bewusst zu einem Zeitraum geöffnet, in der sich die Bären bereits in der Winterruhe befanden. So konnten zum einen die Luchse die Freianlage in Ruhe erforschen, zum anderen konnte der Bär selbst entscheiden, wann er einen Blick aus seiner Winterhöhle wirft. Die Tiere hatten Platz und genügend Zeit, sich nach eigenen Ermessen zu begegnen.

Stiftung in der Vorreiterrolle

Das Resultat spricht für sich. Wie schon vor 20 Jahren, als Bär und Wolf sich zum ersten Mal eine Freianlage teilten, ist die Stiftung für Bären erneut in der Vorreiterrolle.

Die Zukunftsperspektive für Wildtiere in Gefangenschaft: weg von der antiquierten, profitorientierten Zurschaustellung und hin zur Naturnähe, tiergerechten Unterbringung und Koexistenz verschiedener Arten. „Natürlichkeit kann man nicht kaufen, sondern sie braucht Freiraum um sich zu entwickeln. Seit etlichen Jahren wenden wir dieses Prinzip in unseren Projekten an. Ein Erfolgskonzept, von dem vor allen die Tiere profitieren“, erklärt Bernd Nonnenmacher, Parkleiter im Alternativen Wolf- und Bärenpark Schwarzwald in Bad Rippoldsau-Schapbach.

Hintergrund

Der Alternative Wolf- und Bärenpark Schwarzwald ist ein Tierschutzprojekt, getragen von der gemeinnützigen Stiftung für Bären.

Zur Zeit befinden sich neun Braunbären, zwei Luchse und sieben Grauwölfe in den 10 Hektar großen , naturbelassenen Freianlagen in Bad Rippoldsau-Schapbach.

Alle Tiere wurden aus Tierschutzgründen in diesem Park aufgenommen. Dort wird misshandelten Bären eine verhaltensgerechte Unterbringung gewährt. Durch Interaktionen zwischen Wolf und Bär wird eine tiergerechte Rehabilitierung geschaffen.

Die Veranstaltungen im Park sollen mit Freizeitspaß gleichzeitig Aufklärung und Bildung vermitteln.

Die Stiftung strebt ein Wildtierverbot für Zirkusse sowie ein Zuchtverbot für Wildtiere in Gefangenschaft an.

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Erstellt:
19. Januar 2018, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
19. Januar 2018, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 19. Januar 2018, 01:00 Uhr

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