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Kultiges und Kurioses aus dem Alltag des Kulturinstituts in der Karlstraße

Charts aus der Charles Street

Es gab Zeiten, in denen das Deutsch-Amerikanische Institut ein Stückchen Feindesland in Tübingen war. Die Karlstraße 3 war eine der zentralen Adressen für politische Kundgebungen der 60er und 70er Jahre. Vor dem d.a.i.-Gebäude ist es ruhiger geworden, drinnen dafür umso umtriebiger. Das Institut gehört zu den lebendigsten Kulturanbietern der Stadt und hat einige Superlative vorzuweisen. Zum 60. Geburtstag haben wir mit d.a.i.-Hilfe ein paar Highlights für TAGBLATT-Leser/innen zusammengestellt. Direktorin Ute Bechdolf hält übrigens auch einen Rekord.

14.06.2012

Die Bibliothek ist immer noch das Herz des Hauses. Wer glaubt, hier stehen vor allem Ladenhüter von und für Politologen – ein paar definitive Hits aus der d.a.i.-Sammlung.

Die meist ausgeliehene TV-Serie ist „Desperate Housewives“. Sie ist dicht gefolgt von der Werbeagentur-Serie der sechziger Jahre „Mad Men“. Mit etwas Abstand kommen dann die Staffeln aus dem Inner Circle des Weißen Hauses: „West Wing“.

Der begehrteste Roman ist Dan Brown „The Da Vinci Code“.

Der beliebteste Film ist „Lost in Translation“.

Bei den Zeitschriften ist „Spotlight“, das Magazin zum Englischlernen, die Nummer 1, gefolgt von „Business Spotlight“ und „Economist“.

Das meist ausgeliehene Hörbuch der letzten Jahre ist Bill Brysons Rundum-Welterklärung „A short history of nearly everything“.

Das meist verlangte Jugendbuch ist Joanne K. Rowling „Harry Potter and the Half-Blood Prince“, dicht gefolgt von den „Twilight“-Hits für schwindsüchtige Teenies von Stephenie Meyer.

Kinder oder Eltern lieben offensichtlich am meisten „Seuss: I am not going to get up today!“

Das beliebteste Sachbuch schrieb der berühmteste Amerikaner Barack Obama „Dreams from my father“.

Die am häufigsten ausgeliehene Musik-CD steht in der Soul-Jazz-Abteilung – Norah Jones „Come away with me“.

Man kommt aber nicht nur zur Ausleihe von Medien ins d.a.i. Das gesprochene Wort, ob deutsch, englisch oder spanisch, zählt hier mindestens ebenso viel.

Der meist gebuchte Vortrag für Schulklassen ist mit großem Abstand „The Presidential Elections,“ danach kommt Pedro Jiminez mit „Immigration – Integration. A Latino in Chicago“.

Beliebtester Spanischkurs ist definitiv der für absolute Anfänger.

Beliebtester Englischkurs: Refresher Intermediate (Auffrischungskurs Mittelstufe)

Ältester Sprachkurs im d.a.i.: Coffee Hour (Tuesday morning, von 9 bis 11 Uhr). Er findet seit über 30 Jahren statt.

Älteste Sprachkurs-Teilnehmerin ist Frau S. Sie war 90 Jahre alt, als sie ihren ersten d.a.i.-Kurs besuchte. Sie kam, um ihr Englisch aufzufrischen und wurde Mitglied.

Es spielt sich auch nicht alles in der Karlstraße ab. Das d.a.i. schwärmt regelmäßig in die Welt, meist die USA, aus. Neuerdings geht es aber auch näher.

Die größte Reisegruppe bestand aus hundert Jugendlichen. Sie verbrachten im Sommer 2010 ein einwöchiges englischsprachiges Youth Camp – im Allgäu .

Die zweitgrößte Reisegruppe bestand aus 51 Englischlehrerinnen und -lehrern auf dreiwöchiger Fortbildung in San Diego (1990).

Nun aber zu den Personalien – erst die internen und dann die der großen weiten Welt!

Den längsten Vereinsvorsitz hatte Regierungspräsident Max Gögler inne. Von 1977 bis 2000, 23 Jahre also.

Unter den Direktor(inn)en hielt sich mit 13 Jahren Ute Bechdolf am längsten.

Die ältesten Mitglieder sinddas SCHWÄBISCHE TAGBLATT bei den Institutionen (seit 1956, also 56 Jahre!)und bei den Einzelpersonen Prof. Andreas Flitner. Er ist es seit 1961, also 51 Jahre.

Zu den größten Berühmtheiten, die das d.a.i. besuchten, zählte Allen Ginsberg. Er trat am 17. Dezember 1979 im Festsaal der Universität auf und trug vor fast 500 Gästen Gedichte und Songs der Beat Generation vor. Andere Celebrities waren Golo Mann (1959), US-Senator James W. Fulbright (1965), der Psychotherapeut und Autor Paul Watzlawick (1987), die New Yorker Autorinnen Susan Sontag (2003) und Lily Brett (1998) und die Bestseller-Produzentin Stephenie Meyer (siehe nebenstehendes Bild).

Wo es was zu sehen gibt, kommen auch die Besucher. Schon ein paar Mal wurde es eng im Haus oder außer Hauses.

Die meisten Besucher kamen zur Wahlnacht im November 2008 ins Kino Museum, als Obama zum Präsidenten gewählt wurde. Es waren so um die 3000, denn die Veranstaltung ging über die ganze Nacht. Der d.a.i.-Zähler schafft wohl gerade den 3000er, denn so viele Besucher sollten es auch 2002 beim 4th of July-Fest auf der Neckarinsel werden.

Der vollste d.a.i.-Saal könnte am 20. Januar 2009 bei der Amtseinführung von Barack Obama gewesen sein. Mehr als 150 Leute schauten die Live-Übertragung an.

Keine guten Erinnerungen haben auch die d.a.i.-Mitarbeiterinnen an jenes historische Datum Nine-eleven.

Die beklemmendste Erfahrung war, als kurz nach 9/11 anonyme Briefe mit weißem Pulver in der Karlstraße eintrafen und die Polizei demonstrierte, wie man Post öffnet, ohne sich mit Anthrax zu vergiften.

Zum Schluss noch ein paar schöne Erinnerungen aus dem Alltag des Instiuts.

Meist ausgestellter Künstler war Andreas Feininger. Seine Fotos wurden 1966, 2000 und 2004 gezeigt (siehe Bild oben).

Als coolstes Event gilt die Super Bowl Party in der Nacht vom 6. Februar 2011, als das Finale der amerikanischen Football League vor 150 Zuschauern live übertragen wurde.

Die beste Erfindung ist das Projekt „Rent an American“ – amerikanische Gaststudenten besuchen Schulklassen in Baden-Württemberg und erzählen von sich und ihrem Land (as cultural or citizen diplomats).

Die kurioseste Anfrage lautete: Wie komme ich an einen Praktikumsplatz beim FBI in Washington oder bei der Kripo in Kalifornien?

Charts aus der Charles Street

Charts aus der Charles Street

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14.06.2012, 12:00 Uhr

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