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Kulturpolitik

Chef für das Humboldt Forum

Hartmut Dorgerloh, Generaldirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, soll Intendant werden.

22.03.2018

Von DPA

Hartmut Dorgerloh schrieb schon seine Dissertation zur Museumsinsel. Foto: dpa

Potsdam. Hartmut Dorgerloh ist als ehrgeizig bekannt. Aber dass er Ambitionen auf den Posten des Intendanten des Berliner Humboldt Forums hat? Es gab Hinweise. Vor einem Jahr warb er in der Zeitschrift „Politik & Kultur“ leidenschaftlich dafür, im künftigen Humboldt Forum in allen Ausstellungsbereichen mit Interventionen an die Geschichte des Ortes zu erinnern: an die alte Preußenresidenz und an den Palast der Republik, der dem jetzigen Neubau weichen musste.

Nun könnte er diese Ideen umsetzen: Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat bestätigt, dass sie den langjährigen Generaldirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg als Intendanten vorschlagen wolle. Die Zustimmung des Stiftungsrats im April gilt als sicher. Das Museumszentrum im rekonstruierten Berliner Schloss soll von 2019 an kulturelles Aushängeschild werden.

So überraschend die Personalie erscheint, so unerwartet war auch Dorgerlohs erster Karriereschritt. 2002 präsentierte die damalige brandenburgische Kulturministerin Johanna Wanka den 40-jährigen Referatsleiter als neuen Generaldirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten. Auffällig war, dass kein westdeutscher Kunsthistoriker das Amt übernahm, sondern ein Potsdamer, der schon zu Schulzeiten Gruppen durch die Schlösser geführt hatte und später seine Dissertation zu den Bauten der Berliner Museumsinsel schrieb.

Eine Zeit lang sah es so aus, als sei der neue Schlösserchef ein Sparkommissar. Doch vielleicht muss einer erst Sparsamkeit nachweisen, wenn er viel Geld haben will. Der neue Generaldirektor ließ den Investitionsbedarf für die fast drei Dutzend Schlösser erstellen und ging mit der Summe von mehr als einer Milliarde Euro an die Öffentlichkeit. So schuf er auf Landes- und Bundesebene ein Bewusstsein dafür, dass man in Berlin nicht das alte Hohenzollern-Schloss als Kopie nachbauen kann, wenn die Originale verfallen. Der Plan ging auf: Zwei Sonderinvestitionsprogramme wurden aufgelegt.

Hartmut Dorgerloh spricht fließend Englisch, kann auf Knopfdruck seinen Charme spielen lassen und scheut sich nicht, sich unbeliebt zu machen. Seit 2002 hat er mehr erreicht, als man ihm beim Amtsantritt zugetraut hatte. Für Kulturstaatsministerin Grütters ein Grund, ihm mehr zuzutrauen. Ulrich Thiessen

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Erstellt:
22. März 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
22. März 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 22. März 2018, 06:00 Uhr

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