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China will US-Drohne zurückgeben
Kommt nicht gut an: Donald Trump auf der Titelseite einer chinesischen Zeitung. Foto: afp
Konflikt

China will US-Drohne zurückgeben

Der designierte Präsident Donald Trump bezichtigt die Regierung in Peking des Diebstahls. Es geht um ein Mini-U-Boot.

19.12.2016
  • FELIX LEE

Peking/Washington. China will eine am vergangenen Donnerstag im Südchinesischen Meer beschlagnahmte amerikanische Unterwasserdrohne den USA zurückgeben. Donald Trump lehnt das ab und bezichtigt China des Diebstahls. „Wir sollten China sagen, dass wir die Drohne nicht zurück wollen, die sie gestohlen haben – lasst sie sie behalten!“, twitterte der designierte US-Präsident am Samstag.

Angesichts der ohnehin gereizten Stimmung zwischen den beiden Großmächten mag das für Außenstehende zwar nur noch ein Detail der Wortwahl sein. Doch sie macht deutlich, wie sehr sich die Beziehung in den vergangenen Wochen verschlechtert haben. Auf diplomatisches Fingerspitzengefühl scheint der künftige US-Präsidenten keinen Wert zu legen. Trump nannte Chinas Vorgehen eine „beispiellose Tat“. Die chinesische Führung wiederum gibt sich überrascht und findet, die US-Seite habe die Sache „unangemessen aufgebauscht“.

Am vergangenen Donnerstag hatte ein chinesisches Marineschiff rund 50 Seemeilen vor der philippinischen Küste ein unbemanntes Mini-U-Boot der USA aus dem Wasser geholt. Offizielle Begründung: Das zunächst nicht identifizierte Objekt sei „zu Prüfungszwecken“ herausgenommen worden, um Gefährdungen für die Seefahrt zu verhindern. Das US-Verteidigungsministerium behauptet, das Fahrzeug diente zur Messung der Wassertemperatur, des Salzgehalts sowie der Strömung.

So „beispiellos“ wie Trump behauptet, ist der Vorfall gar nicht. In den vergangenen Jahren ist es im Südchinesischen Meer mehrfach zu Konflikten zwischen dem chinesischen und US-Militär gekommen. Im Mai 2015 war ein Überwachungsflugzeug der US-Marine über mehrere der umstrittenen Inseln geflogen, die China für sich beansprucht und auf denen es Militärbasen errichtet. An Bord war ein CNN-Reporter, der sich darüber lustig machte, wie die chinesische Küstenwache per Funk geradezu verzweifelt darum bat, doch umzukehren. US-amerikanische Flugzeuge sind auch danach noch mehrfach gezielt provozierend haarscharf über chinesisches Hoheitsgebiet geflogen.

Obwohl China Trumps Wahlsieg anfangs begrüßte, ist es ihm gelungen, die chinesische Führung mehrfach zu provozieren. Trump kündigte an, prüfen zu wollen, ob China der Währungsmanipulation bezichtigt werden könne. Handelssanktionen will er vorbereiten. Zudem hat er die seit fast 40 Jahren für die USA gültige Ein-China-Politik infrage gestellt. Felix Lee

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19.12.2016, 06:00 Uhr

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