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Davos

Chinas Xi als Kämpfer für Freihandel

Das Reich der Mitte gilt bislang nicht gerade als Musterknabe der Weltwirtschaft. Der Parteichef will das ändern.

18.01.2017
  • AFP

Davos. Freundlich lächelnd tritt Xi Jinping vor die Spitzenpolitiker und Wirtschaftsbosse in Davos. Er scheint sich wohlzufühlen, der chinesische Staats- und Parteichef ist der Stargast auf dem Weltwirtschaftsforum. Der Vorsitzende der Kommunistischen Partei gibt den Kämpfer für Freihandel und Globalisierung.

Nein zum Protektionismus, ja zum Freihandel – so lautet in Kürze die Botschaft, die Xi der versammelten Wirtschaftselite mitgebracht hat. In blumigen Bildern, für die die chinesische Sprache berühmt ist, wirbt er um Vertrauen in die internationale Arbeitsteilung, die derzeit von vielen Seiten unter Beschuss steht.

„In China sagt man gern, dass Honigmelonen aus bitteren Trauben wachsen und dass Dornen und Brennnesseln süße Früchte geben“, sagt Xi. „Nichts ist perfekt in der Welt.“ Natürlich habe die Globalisierung zu neuen Problemen geführt. „Aber das ist kein Grund, sie pauschal abzuwerten oder abzuschreiben.“

„Nichts ist perfekt“

Dabei hegen sogar viele Wirtschaftslenker mittlerweile erhebliche Zweifel am Nutzen der Globalisierung, wie eine Studie zeigt. Die Manager – selbst Spitzenverdiener – sorgen sich besonders um die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich.

Unterfüttert werden solche Bedenken von populistischen Ankündigungen etwa des künftigen US-Präsidenten Donald Trump, aus Freihandelsabkommen auszusteigen und die heimische Wirtschaft mit Strafzöllen abzuschotten. Auch wenn Anthony Scaramucci, so etwas wie Trupms Statthalter, versichert: „Wir wollen keine Handelskriege.“

„Wir wollen keine Handelskriege“

Xi hingegen meint: „Viele Probleme, die die Welt heute belasten, sind nicht zurückzuführen auf die wirtschaftliche Globalisierung.“ Die Antwort müsse vielmehr sein, Handelsschranken noch weiter einzureißen – damit möglichst viele teilhaben am „großen Ozean“ der Weltwirtschaft.

Es sind schöne, starke Worte, die ganz nach dem Geschmack von WEF-Gründer Klaus Schwab sein dürften. Der ruft im Motto der 47. WEF-Jahrestagung und angesichts von Populismus und wachsender Ungleichheit nach „anpassungsfähigen und verantwortungsbewussten“ Anführern. Der Abschluss einer strategischen Partnerschaft mit dem Weltwirtschaftsforum unterstreicht den Einsatz Chinas noch.

Experten sind aber noch skeptisch. Denn bislang war China eher für unfaire Handelspraktiken bekannt. Investitionshemmnisse für westliche Firmen, Ideenklau und Dumpingpreise lauten die Vorwürfe. afp

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18.01.2017, 06:00 Uhr

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