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Chinesen
weiter auf Einkaufstour
Größte Transaktion war die Übernahme von Kuka. Foto: Foto
Übernahmen

Chinesen weiter auf Einkaufstour

Firmen aus Fernost geben fast 12 Milliarden Euro für deutsche Unternehmen aus – so viel wie nie zuvor.

27.01.2017
  • ROLF OBERTREIS

Frankfurt. Auch wenn die Übernahme des Chip-Anlagen-Herstellers Aixtron durch das US-Verbot gescheitert ist – die Chinesen drängen immer stärker nach Europa und vor allem nach Deutschland. Dies belegt eine neue Studie der Beratungsgesellschaft Ernst & Young (EY). Allein in Deutschland gaben chinesische Investoren im vergangenen Jahr 12,6 Mrd. Dollar (11,7 Mrd. EUR) für Käufe und Beteiligungen aus – zwanzig Mal mehr als noch im Jahr zuvor. Die größte Transaktion war die Übernahme des Augsburger Roboter-Herstellers Kuka für 4,7 Mrd. Dollar.

Zwar sind die Investitionen im zweiten Halbjahr zurückgegangen. „Aber das Interesse chinesischer Unternehmen an Zukäufen vor allem in Deutschland ist weiter enorm“, sagt EY-Experte Alexander Kron. Gebremst werde die Investitionstätigkeit aus dem Reich der Mitte derzeit durch zwei Entwicklungen: Hierzulande gebe es politische Bedenken, weil es oft um Schlüsselindustrien gehe, glaubt EY-Expertin Yi Sun. Und in Peking ist man auch kritischer geworden. „Peking möchte einen zu großen Kapitalabfluss und eine Abwertung der chinesischen Währung verhindern“, sagt Sun.

Das Interesse an deutschen Firmen könnte durch den Brexit und durch den Machtwechsel in den USA noch verstärkt werden, vermutet Experte Kron: „Viele chinesische Investoren fürchten, dass sie es in den USA künftig schwerer haben werden.“

Für viele deutsche Firmen sei ein chinesischer Investor ein Glücksfall: „Er bietet hohe Finanzressourcen und einen besseren Zugang zum chinesischen Markt“, ergänzt Sun. Zwar werde die Übernahme eines Großkonzerns noch einige Zeit dauern, glaubt Kron. „Aber Abspaltungen von Dax-Konzernen sind für chinesische Bieter hochattraktiv.“

2016 gab es rund 70 Akquisitionen von chinesischen Investoren in Deutschland. In Europa haben Chinesen fast 86 Mrd. Dollar (80 Mrd. EUR) für 309 Firmen und Beteiligungen auf den Tisch gelegt. Rolf Obertreis

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27.01.2017, 06:00 Uhr

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