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Der neue Kreisklinik-Chef ist ein Netzwerker

Christian Roppelt verspricht eine „offene Kommunikation“

Der künftige Kreiskrankenhaus-Geschäftsführer Christian Roppelt hat sich am Montag im Freudenstädter Kreistag vorgestellt – als „Teamplayer“, dem „eine offene Kommunikation“ mit den Klinik-Mitarbeitern und den niedergelassenen Ärzten wichtig ist.

19.04.2011

Von Andreas Ellinger

Freudenstadt/Horb. Landrat Dr. Klaus Michael Rückert hat einen „partnerschaftlichen Dialog mit den niedergelassenen Ärzten“ begonnen – Christian Roppelt soll geschäftspolitisch daran anknüpfen. Der bisherige Vorstand der „Krankenhäuser des Landkreises Amberg-Sulzbach“ ist ein Netzwerker. Seine zwei Häuser bilden mit einer Nachbarklinik (samt ihres Medizinischen Versorgungszentrums) sowie mit 85 niedergelassenen Haus- und Fachärzten das „Unternehmen Gesundheit Oberpfalz Mitte“. Die Gesundheitsversorger sind elektronisch vernetzt, was einen schnellen Daten-Austausch ermöglicht und Untersuchungen spart. Die AOK honoriert diese Ersparnis mit einer jährlichen Ausschüttung von zwei bis drei Millionen Euro, wie Roppelt am Montag in einem Pressegespräch berichtete. „Alle Beteiligten haben einen Nutzen.“ Stationäre und ambulante Partner garantieren sich Patienten-Zuweisungen, sofern jene keine medizinische Maximalversorgung brauchen. Das entschärft die Konkurrenz-Situation zwischen dem beteiligten MVZ und den Ärzten mit eigener Praxis: Wer in eine der Kliniken einweist, bekommt die Patienten nach der stationären Entlassung zur Nachsorge zurück.

Im eigenen Klinik-Unternehmen hat Roppelt auf ein MVZ verzichtet. Seine Pläne beschränkten sich auf die Gründung eines Ärzte-Zentrums – „ohne Ärger mit den Niedergelassenen“, da es sich lediglich um eine Praxen-Ansiedlung handelt und nicht um einen ambulanten Zweig der Kreiskrankenhäuser.

Landrat Rückert betonte an dieser Stelle, dass der Freudenstädter Kreistag zuletzt eine MVZ-Strategie beschlossen habe, „die sehr auf einen Dialog mit den niedergelassenen Ärzten hin ausgerichtet ist“.

Statt mit einem MVZ hat Roppelt auf altersbedingt drohende Praxis-Schließungen mit einem Weiterbildungsverbund reagiert, der die Nachwuchssorgen der Klinik- und Praxen-Betreiber lösen soll. Das Konzept: Medizin-Studenten wird in ihren letzten vier Semestern ein Klinik-BAföG bezahlt, wenn sie sich verpflichten, nach dem Studium drei bis dreieinhalb Jahre in den Krankenhäusern zu bleiben – zu einer Weiterbildung. Im Anschluss an die Klinik-Phase können sie als Praxis-Assistenten arbeiten – 40 Allgemeinärzte gehören zum Weiterbildungsverbund. Auf diese Weise sollen gut ausgebildete Ärzte im Landkreis Amberg-Sulzbach angesiedelt werden.

„Das sind sehr, sehr spannende Ideen“, sagte Landrat Rückert. „Und Herr Roppelt hat gezeigt, dass sie in der Praxis funktionieren.“ Der künftige Geschäftsführer der Krankenhäuser Landkreis Freudenstadt GmbH (KLF) bringt zudem Erfahrungen aus 24 Jahren als Kommunalpolitiker mit.

Der 53-Jährige Familienvater ist Anästhesist (Narkose-Arzt) und Diplom-Krankenhausbetriebswirt. In der Frankenwaldklinik seiner Heimatstadt Kronach hatte er Führungspositionen im Qualitäts-Management und im Medizin-Controlling inne. Nachdem die Klinik von der Rhön AG übernommen worden war, wechselte er in den Landkreis Amberg-Sulzbach.

Dort gehört ein Haus der Grund- und Regelversorgung mit 177 Betten zum Betrieb – ähnlich wie in Freudenstadt, aber kleiner. Das zweite Haus (80 Betten) ähnelt dem Horber Hospital: Es hat ebenfalls eine Innere Station und eine Geriatrische Rehabilitation (Altersmedizin) – wobei die „akutgeriatrische Frühreha“ ein Spezialgebiet ist. „Das hat sich top bewährt“, sagt Roppelt. Derzeit verhandelt er mit dem zuständigen Ministerium über die Erhöhung der Bettenzahl.

Beide Häuser habe er „in einem schwierigen Zustand übernommen“, erzählte er. „Heute schreiben wir schwarze Zahlen“ – und das „ohne radikale Umstrukturierungsmaßnahmen, wie sie von privaten Trägern bekannt sind“.

Zum 1. Oktober wird Christian Roppelt im Kreis Freudenstadt anfangen. Bis dahin führt der stellvertretende KLF-Chef Theo Blum mit seinem Team die Geschäfte weiter.

Christian Roppelt

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Erstellt:
19. April 2011, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
19. April 2011, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 19. April 2011, 12:00 Uhr

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