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Spiel mit Kühen und Farben

Christine Huber bereitet eine neue Ausstellung vor

Kühe werden gesellschaftsfähig. Demnächst gastieren sie drei Wochen lang im Kongresszentrum des Kurhauses Freudenstadt. Christine Huber hat sie auf Leinwand gebannt. Lebensecht, in kühnen Farben, aus der Wiese und dem Stall gegriffen.

02.09.2010
  • Doris Wegerhoff

Freudenstadt. An Kühen kommt auch der zeitgenössische Maler nicht vorbei. Sie tragen Namen, heißen Elsa, Klaus oder Emma, und sind in ihrem Gehabe und ihrem Gesichtsausdruck dem Menschen ähnlicher als gemeinhin angenommen. Zudem gleicht keine Kuh der anderen. Da drängt es sich einfach auf, sie zu portraitieren, sie in ihrer Einzigartigkeit und am Gesicht abzulesenden Ausdruckskraft mit Farbe auf Leinwand zu bannen.

Christine Huber jedenfalls hat es getan. Und obwohl bereits prachtvolle Exemplare in kühnstem Lila, Orange und Grün aus nahezu allen Räumen ihres Hauses muhen, ist sie immer noch auf dem Kuh-Trip. Durch ihre mit Phantasie angefüllten Gedanken galoppieren immer noch Kühe, die gemalt werden wollen. Sie ist schier nicht zu bremsen, wenn sie über Kühe redet oder ihre Pinsel in Farben taucht, um die Muskeln der massigen Körper oder die hellbewimperten Augen herauszuarbeiten. „Und sie haben alle Hörner“, sagt sie, streng darauf bedacht, dass ja die Hörner nicht übersehen werden.

Am 13. Oktober heißt es also: Aufgepasst! Dann nämlich ziehen „Iris, Co. & andere“ ins Kurhaus ein und stellen sich dem kritischen Auge des Betrachters. Ganze drei Wochen bleiben sie dort, rühren sich nicht vom Fleck – die selbstbewusste, lilafarbene Iris, das übermütige, schwarz-braun-gelb gescheckte Kälbchen Sepp Löwenzahn, die pinkfarbene Alpen-Rose, die unbedarft in die Welt blickenden Greenhorns, der romantisch angehauchte Kirschen-Michel, und Jimmy, der Wiesenmann. Schier unerschöpflich scheinen die Kuh-Variationen zu sein. „Kühe sagen wirklich etwas aus, und das unterstreiche ich mit meinen Farben“, so Christine Huber.

Nicht nur das Sujet, auch die Farben sind es, die überraschen. Kühles Petrol steht neben leuchtendem Rot, kräftiges Orange wetteifert mit Wiesengrün und selbst vor der klischeehaften lila Kuh schreckt die Malerin nicht zurück. Im Gegenteil. Sie unterstreicht die aberwitzige Assoziation zu Schokolade noch.

Denn Christine Huber wäre nicht Christine Huber würde sie nicht auch schalkhaft mit dem Sujet spielen. Sie bildet nicht nur ab, sondern auch Überraschendes ein. Das mal ganz plakativ mit dem Schriftzug „pausa non per tutti“, mal ganz diskret mit Anspielungen, die nur das aufmerksame Auge wahrnimmt. Hier und dort schimmert auch ein blumiger oder gestreifter Stoffuntergrund durch, ein halb übermaltes Foto oder farbiges Papier. Mal lässt sie die Rinnsale der nassen Farbe einfach zu, mal mischt sie die Acrylfarbe mit Ölpastellkreide auf. „Ich muss in meine Bilder meine Ideen einbringen, wenn nicht, könnte ich ja gleich Fotos nehmen“, sagt sie. Aber sie sagt auch, dass sie Respekt habe von der Ästhetik der Natur. Künstlerische Freiheit unbedingt, doch „das Schöne soll bleiben“.

Auch wenn den Kühen die tragende Rolle in der kommenden Ausstellung zuerkannt wird – einen Soloauftritt haben sie nicht. Zu sehen sein werden auch großformatige, farbenfrohe Portraits von Kindern und Jugendlichen, an deren Gesichtern deren augenblickliche Gedankenwelt deutlich abzulesen ist. Mit „jung und spritzig“ bezeichnet Christine Huber diese Portraits, die Ausdruck ihrer Experimentierfreude sind. Diese zeigt sich ebenso deutlich in einigen Landschaftsbildern oder jenen, die eher dem Abstrakten zuzuordnen sind und ebenfalls in der Ausstellung vertreten sein werden.

Geboren in Quedlinburg (Harz), wohnt Christine Huber seit 1978 in Freudenstadt. Zwischenstationen waren Hamm (Westfalen) und Donaueschingen. Ihre erkannte, zeichnerische Begabung stellte sie zunächst hintan zugunsten einer grundsoliden kaufmännischen Ausbildung. Doch der Drang nach künstlerischem Schaffen regte sich immer wieder. Sie bildete sich nebenberuflich weiter in freiem Zeichnen, Aquarell-, Acryl- und Mischtechnik zunächst bei hiesigen, dann bei Malern im süddeutschen Raum und auch durch den Besuch von Kunstakademien. In Einzel- und Gruppenausstellungen zeigte sich der Variationsreichtum ihres Schaffens als Buchillustratorin, Karikaturistin, Portraitistin, Aquarell- und Acrylmalerin. Ihr künstlerisches Wissen gab sie lange Jahre weiter als Dozentin an der VHS.

Christine Huber

Christine Huber bereitet eine neue Ausstellung vor
In ihrer neuen Ausstellung Anfang Oktober im Kurhaus Freudenstadt wartet Christine Huber mit überraschend neuen, sehr farbigen Werken auf. Überraschend ist auch das Hauptsujet der neuen Bilder: die Kuh. Bild: dow

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02.09.2010, 12:00 Uhr

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