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Ausstellung

Christus wird 27 Mal geboren

27 Krippen von der Wende des vorigen Jahrhunderts bis in die Neuzeit zeigt der Empfinger Heimatkreis am dritten Adventswochenende.

25.11.2016
  • Reinhard Seidel

Die Darstellungen der Geburt Christi sind größtenteils selbst gemacht, meisterns die Krippengebäude, seltener die Figuren. Die Leihgaben für die Ausstellung im Musikerheim – das benachbarte Sängerheim ist bewirtet –, kommend vorwiegend aus Empfingen. Aber das Exponat von Karl-Heinz Maier findet von Renfrizhausen, das vom „Horber Nachtwächter“ Bruno Springmann aus Nordstetten, das von Marianne Popp-Baur aus Ahldorf und das von Alfred Arndt aus Dettensee den Weg nach Empfingen. Mitorganisator Roland Walter verbirgt trotz der guten Resonanz seine Enttäuschung nicht, dass aus der Seelsorgeeinheit Empfingen-Dießener Tal lediglich aus Dettensee und Empfingen Krippen zu sehen sein werden.

Die Bandbreite der Krippen ist beachtlich. Sie reicht von einer Darstellung der Geburtsszene in einem Wurzelstock über mit Schindeln verkleidete Krippen, alpenländische Weihnachtsdarstellungen bis hin zu einer Geburtsgrotte aus Tuffstein, einer Krippe aus Zeitungspapier und Krippenfiguren aus Plastik. Wer nun aber denkt, letztere seien jüngeren Datums, der irrt: Sie stammen aus dem Fundus des früheren Heimatforschers Georg Walter. Sein Sohn Roland hat diese entdeckt. Es sind Sammelfiguren aus dem Kolonialwarengeschäft von Klara Eger, das früher im Eckhaus Haigerlocher-/Gartenstraße zu finden war. Die Figuren waren Beigabe zu Artikeln der Tabakwaren von Carl Friedrich Böninger aus Duisburg.

Abgerundet wird die Ausstellung mit einem Reliefbild, einem Diorama hinter Glas, mit dem Thema Weihnachten. Dieses Bild ist aus dem Fundus dem Heimatmuseums. Es gehörte einer – wie es auf der Rückseite handschriftlich vermerkt ist – „Else (W?)indbiel, geb. Pfeiffer“ aus Mühringen.

Roland Walter geht davon aus, dass viele Eigentümer an beiden Tagen der Ausstellung präsent sein werden, um den Besuchern Informationen zu den Exponaten geben zu können. Auf jeden Fall wird jede Krippe beschrieben. Angegeben werden die Besitzer, wann etwa die Krippe entstanden ist und welche Besonderheiten sie aufweist.

Bei der Vorstellung einiger Krippen erläuterte Kurt Kimmich im Sängerheim die Entstehungsgeschichte seiner Tuffstein-Krippe. Kimmich, der 1959 seine Frau Helga geheiratet hatte, baute Anfang der 1960er-Jahre diese Krippe. Zuvor hatte er sich überlegt, dass Maria und Josef das Kind wohl nicht in einem Stall zur Welt gebracht haben, sondern irgendwo in der Natur, etwa in einer Grotte. Im Hinterkopf mag er die Geburtsgrotte in Bethlehem gehabt haben.

Kimmich fuhr ins Glatttal und holte sich den leicht zu formenden Tuffstein, den er auf einer Holzplatte mit weiterer Gipsmasse verband und in eine Landschaft einbettete. Das ganze Ensemble ist eine gewichtige Angelegenheit. Zwei starke Männer sind nötig, um die Darstellung zu tragen. Die Figuren sind, wie so oft, aus Kunststein. Kurt Kimmich hat sie einst in Tübingen gekauft.

Jede der ausgestellten Krippen wird beleuchtet. Dafür zeichnet Wolfgang Bossenmaier verantwortlich.

Übrigens: Die größte Krippe wird nebenan im Garten des evangelischen Gemeindehauses von den Pfadfindern „Kings Scouts“ aufgebaut. Die Pfadfinder und die Konfirmanden werden am Samstag um 15 und 16 Uhr und am Sonntag um 14 und 16 Uhr zu lebendigen Krippenfiguren und zeigen ein heiteres Krippenspiel.

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25.11.2016, 01:00 Uhr

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