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Torhüter setzte sich ab

Chronik Pfingstturnier: Tragisches wie Skurriles

Das erste Ergenzinger Pfingstturnier ging an Fronleichnam über die Bühne. Dies und andere Details erfuhren die Besucher des Empfangs anlässlich des diesjährigen 40. Turniers am Samstag im Adolph-Kolping-Saal.

15.06.2011
  • Karl Ruoff

Ergenzingen. Zum Empfang hatten sich die teilnehmenden Mannschaften, Vertreter des Sportkreises, der Stadt, der Ortschaft sowie der Kirchengemeinden eingefunden. Oberbürgermeister Stefan Neher nannte das Pfingstturnier eine der bedeutendsten Veranstaltungen in der Raumschaft; die vielen ausländischen Mannschaften trügen zur Völkerverständigung bei. Ortsvorsteher Hans Beser lobte die besondere Leistung des TuS Ergenzingen, der das Turnier jetzt zum 40. Mal in Folge durchführte, und die Bereitschaft der örtlichen Bevölkerung, sich hier zu betätigen.

Chronik Pfingstturnier: Tragisches wie Skurriles
Otto Raible

Der TuS hatte sich anlässlich dieses Turniers als besondere Aktion eine Kooperation mit der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) vorgenommen. Ursula Eisele, die die Patenschaft für diese Kooperation übernommen hat, bat die Gäste des Empfangs, für diese Aktion reichlich zu spenden.

Interessante Einblicke in die Turniergeschichte gab Walter Renz als Moderator des Abends. So erinnerte er daran, dass das erste Turnier 1972 gar nicht an Pfingsten, sondern erst an Fronleichnam stattfand. Walter Baur, der zusammen mit Otto Raible das Turnier auch gegen Widerstände im Verein ins Leben rief, war es damals gelungen, mit Romanshorn eine ausländische Mannschaft ins Gäu zu holen. Die Teams waren in Zeltlagern und Massenquartieren untergebracht. Zur Einweihung des neuen Hartplatzes fand dann 1973 das Turnier erstmals an Pfingsten statt.

Chronik Pfingstturnier: Tragisches wie Skurriles
Walter Baur

1975 kam mit Meteor Amsterdam eine international bekannte Mannschaft auf die Breitwiese. Die Linzer Buam, die das Rahmenprogramm bestritten, brachten mit den „Tulpen aus Amsterdam“ die Holländer auf Bänke und Tische, wobei, wie Walter Renz meinte, auch das Bier gewirkt habe. Den Jungen vom FC Blue Stars Zürich gefiel es damals in Ergenzingen so gut, dass sie auf dem Eutinger Bahnhof nicht in den Zug zu bringen waren und eine Verspätung verursachten.

Es gab aber auch dunkle Stunden, so 1977, als bei einem Verkehrsunfall im Ort zwei Menschen zu Tode kamen und die Festivitäten abgebrochen wurden. In den Achtzigern war der so genannte Kalte Krieg spürbar. So weigerte sich die tschechische Mannschaft Banik Ostrau, neben Maccabi Haifa aus Israel einzulaufen.

Während des Turniers zeigte sich dann, wie sehr in Ergenzingen immer wieder Freundschaften geschlossen werden: Zum Schluss feierten Tschechen und Israelis händehaltend im Festzelt. Politische Folgen für das Turnier hatte es auch, als sich 1985 der Torhüter der polnischen Mannschaft, Arthur Klosinski, von der Mannschaft absetzte, im Ort versteckte und nicht mehr nach Polen zurückkehrte. Jahrelang durfte danach keine polnische Mannschaft mehr nach Ergenzingen.

Die Ergenzinger Mannschaft nahm erstmals 1978 teil und gewann das Turnier seither viermal, wobei sie bisher nur vom VfB Stuttgart mit sechs Turniersiegen überrundet wurde. In der 40-jährigen Geschichte nahmen 59 Mannschaften aus 30 Ländern teil, darunter Teams der europäischen und der Weltspitze, denen 44 Teams aus Deutschland gegenüber standen.

Bilder: Ruoff

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15.06.2011, 12:00 Uhr

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