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Chronistin einer „Welt in Aufruhr“
Carolin Emcke bei ihrer engagierten Dankesrede. Foto: Arne Dedert/dpa
Friedenspreisträgerin

Chronistin einer „Welt in Aufruhr“

Sie gilt als wichtige Intellektuelle und als starke Frau: die neue Friedenspreisträgerin Carolin Emcke.

24.10.2016
  • DPA

Frankfurt. „Gegen den Hass“ heißt das neue Buch von Carolin Emcke. Das erschien zur Frankfurter Buchmesse, die gestern mit der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels an die 49-jährige Journalistin zu Ende ging. Einen Namen machte sich die Wahlberlinerin mit empathischen Berichten aus Kriegs- und Krisengebieten. Zudem greift die promovierte Philosophin immer wieder die wachsende Aggressivität und Polarisierung in unserer Gesellschaft auf. Auch in ihrem neuen Band schreibt sie gegen religiösen und nationalistischen Fanatismus an – und setzt ein Menschenbild der Vielfalt dagegen. Wenn es um Rassismus und die Herabsetzung von Minderheiten geht, sei es Pflicht der Zivilgesellschaft zu widersprechen.

Politisches und Privates – Emcke veröffentlichte 2013 ein Buch über die Entdeckung ihrer eigenen Homosexualität – gehören für sie zusammen; ihr Leben ist gleichbedeutend mit sozialem Engagement. Dafür würdigt der Stiftungsrat diese Chronistin einer „Welt in Aufruhr“ nun mit dem Friedenspreis. Ihr Werk sei „Vorbild für gesellschaftliches Handeln in einer Zeit, in der politische, religiöse und kulturelle Konflikte den Dialog oft nicht mehr zulassen“. In ihrer Dankesrede in der Frankfurter Paulskirche warnte sie, „das Dogma des Homogenen, Reinen, Völkischen verengt die Welt. Es schmälert den Raum, in dem wir einander denken und sehen können“. Und mahnte: Für „alltägliche Formen der Missachtung und der Demütigung, für all die Zurichtungen und Zuschreibungen in vermeintlich homogene Kollektive“, seien „wir alle zuständig“.

1967 in Mülheim an der Ruhr geboren, studierte sie in Frankfurt unter anderem bei Jürgen Habermas, in London und an der amerikanischen Elite-Uni Harvard Philosophie, Politik und Geschichte. Ihre journalistische Karriere begann sie 1998 als Redakteurin beim „Spiegel“. 2004 erschien ihr erstes Buch „Von den Kriegen – Briefe an Freunde“, in dem sie ihre Arbeit als Krisenberichterstatterin reflektiert. Seit 2007 ist Emcke als freie Publizistin tätig.

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24.10.2016, 06:00 Uhr

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