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Cohns Abgang
stärkt die Nationalisten
Will den US-Präsidenten nicht mehr beraten: Gary Cohn. Foto: afp
Strafzölle

Cohns Abgang stärkt die Nationalisten

Der wichtigste Wirtschaftsberater von Donald Trump tritt zurück. Er ist ein Gegner von Protektionismus.

08.03.2018
  • PETER DE THIER

Washington. Er galt als Stimme der Vernunft und als ein Gegner der von Donald Trump geplanten Stahl- und Aluminiumzölle: Gary Cohn, der wichtigste Wirtschaftsberater des US-Präsidenten, ist zurückgetreten. Damit wird sich Trumps protektionistische Handelspolitik eher verschärfen.

Als Leiter des National Economic Council (NEC) war Cohn der mit Abstand einflussreichste Trump-Vertraute unter den Wirtschaftsexperten. Er war unter anderem der Hauptarchitekt der historischen Steuerreform, die der Kongress Ende 2017 verabschiedete.

Trotz der überschwänglichen Lobs, mit dem der Präsident den ehemaligen Vize-Chef des Wertpapierhauses Goldman Sachs überhäufte, lagen Cohn und Trump häufig über Kreuz. Den Schlachtruf des Präsidenten „Make America Great Again“ ergänzte der 57-jährige Cohn um das Attribut „aber nicht alleine“. Der Banker machte klar, dass er auf Globalisierung und internationale Zusammenarbeit setzt. Ebenso kritisierte er Trumps Austritt aus dem Pariser Klimaabkommen. Zu einem weiteren Zerwürfnis kam es, als Trump nach den rassistisch motivierten Ausschreitungen in Charlottesville meinte, dass sich unter den Neo-Nazis auch „gute Leute“ befänden. Der eskalierende Streit um die Stahl- und Aluminiumzölle brachte schließlich das Fass zum Überlaufen. Trump konfrontierte seinen NEC-Chef mit der Frage, ob beide „in demselben Team“ seien. Als Cohn dazu schwieg, dürfte sein Rücktritt besiegelt gewesen sein.

Die besten Chancen auf Cohns Nachfolge werden dem Protektionisten und Wirtschaftsprofessor Peter Navarro sowie dem Nationalökonomen Lawrence Kudlow eingeräumt, der sich als Fernsehkommentator profiliert hat und Trumps Handelspolitik kritiklos unterstützt. Peter de Thier

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08.03.2018, 06:00 Uhr

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