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Comeback der Markenartikel
Volle Regale, volle Einkaufswagen: Die Freude darüber wird bei nicht wenigen Markenartiklern durch Sorgen über sinkende Preise gedämpft. Foto: dpa
Verbraucher greifen häufiger zu Lebensmitteln mit Qualitätsimage

Comeback der Markenartikel

Trendwende im Lebensmittelhandel: Der Siegeszug möglichst preisgünstiger Marken scheint zunächst vorbei zu sein. 2015 konnten die Markenartikel-Hersteller erstmals seit Jahren ihren Marktanteil steigern.

23.04.2016
  • DPA

Düsseldorf. Immer öfter lassen sie die billigeren Handelsmarken der Supermarktketten und Discounter links liegen und greifen stattdessen zu den Produkten von Markenartikel-Herstellern wie Henkel, Dr. Oetker oder Nestlé. Die Folge: Erstmals seit 2009 stieg der Marktanteil der Markenhersteller 2015 wieder an, sagt Wolfgang Adlwarth von der Gesellschaft für Konsumforschung.

Es ist eine Trendwende nach einer langen Zeit, in der der Siegeszug der teils niedrigpreisigen, teils auf höhere Ansprüche zielenden Eigenmarken von Edeka, Rewe, Aldi und Co. fast unaufhaltsam schien.

Die Gründe sind vielfältig: Der Anstieg der verfügbaren Einkommen spielt nach Einschätzung Adlwarths ebenso eine Rolle wie die seit Jahren gewachsene Bereitschaft der Verbraucher, der Qualität Vorrang vor dem Preis einzuräumen.

Doch auch die Entscheidung des Discount-Marktführers Aldi, neben Eigenmarken immer mehr Markenartikel zu aggressiv kalkulierten Preisen in seine Regale zu stellen, dürfte großen Einfluss darauf gehabt haben. "Bei etlichen Marken sind die Preise durch die Listung bei Aldi ins Rutschen gekommen. Das erleichtert den Griff zur Marke", betont der Handelsexperte Martin Fassnacht von der Wirtschaftshochschule WHU. "Oft wurde der bisherige Aktionspreis zum Dauerpreis."

Die Freude über wachsende Umsätze wird deshalb auch bei nicht wenigen Markenartiklern durch Sorgen über den Verfall der Preise gedämpft. Die langfristigen Effekte der Aldi-Listung für das Image und die Gewinnmargen der betroffenen Markenhersteller werde man wohl erst in zwei oder drei Jahren beurteilen können, meint Fassnacht.

Nach einer aktuellen Marktuntersuchung sehen mehr als 80 Prozent der Verbraucher keine großen Unterschiede zwischen der Qualität von Markenprodukten und Handelsmarken. Außerdem ist es auffällig, dass Markenartikler in einigen besonders wachstumsstarken Bereichen des Lebensmittelhandels - etwa bei Bioprodukten - eine eher untergeordnete Rolle spielen. "Bio wurde durch Eigenmarken angeschoben", stellte erst kürzlich das Fachblatt "Lebensmittel Praxis" fest. Ähnlich sei es heute bei Snacks oder verzehrfertig vorbereitetem Obst und Gemüse.

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23.04.2016, 06:00 Uhr

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