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Privater Plausch mit dem Promi

Comedian Kaya Yanar besuchte krebskranke Kinder

Der 15-jährige Erik war an Leukämie erkrankt, galt als gesund und hatte im Sommer einen Rückfall. Ihn und einige andere krebskranke Kinder und Jugendliche besuchte der TV-und Bühnenkomiker Kaya Yanar in der Kinderklinik.

17.12.2014
  • Frank Rumpel

Tübingen. Das Francesco-T-Shirt hat der 16-jährige Jerome schon. Kein Problem, sagt Kaya Yanar und gibt ihm eines mit Hakans Konterfei, einer weiteren Yanar-Bühnenfigur: „Das Francesco-Shirt kannst du dann auf Ebay verkaufen“, sagt der Comedian. Der Frankfurter mit türkischen Wurzeln wurde mit seiner „Was guckst du?“-Comedy-Sendung bekannt und füllt mit seinen Bühnenshows, in denen er die kulturellen Eigenheiten und Klischees von Deutschen, Türken oder Schweizern durch den Kakao zieht, längst die Porsche-Arena in Stuttgart oder den Circus Krone in München. Am Mittwoch war er von einem privaten Besuch aus Zürich kommend auf Stippvisite in der Krebsstation der Tübinger Kinderklinik. Da war er schon zwei Mal inoffiziell zu Besuch, diesmal durfte das TAGBLATT mit.

Erik sitzt schon auf dem Bett, als Yanar hereinkommt. Die beiden kennen sich bereits. Voriges Jahr hatte der Fan Erik zu seinem 14. Geburtstag eine Karte für Yanars Auftritt in Calw bekommen. Doch eine Woche vorher wurde bei Erik Leukämie diagnostiziert. Die Kinderklinik organisierte die Therapie so, dass Erik zu dem Auftritt und, nachdem Eriks Mutter eine Mail ans Yanar-Management geschrieben hatte, auch hinter die Bühne konnte. Dort versprach ihm Yanar, ihn auch mal in der Klinik zu besuchen. Das tat er im Herbst vorigen Jahres. Damals kam auch die Idee zu einer Benefizveranstaltung in Tübingen auf, die im Juni dieses Jahres auf dem Marktplatz über die Bühne ging und 28.000 Euro für die Krebsstationen der Kinderklinik und ein spezielles Forschungsprojekt einbrachte. Beim Benefiz durfte Erik mit auf die Bühne. „Dass er jetzt nochmals vorbei geschaut hat, ist schon etwas Besonderes“, sagt Erik.

Die Freundin würde vor Glück heulen

Der jetzige Besuch kam auf Yanars Initiative zustande, erzählt die Stationsärztin Michaela Döring. Denn Erik hatte im Sommer einen Rückfall und brauchte nun eine Knochenmarktransplantation. „Ich hab’ ihn ja schon gesund gesehen“, sagt Yanar. „Da entsteht mit der Zeit eine Verbindung.“ Die hat er auch zu der Einrichtung selbst. Bei seinem letzten Besuch im Frühjahr hätten sich einige Angehörige bei ihm unglaublich herzlich bedankt. „Das hat mich tief berührt“, sagt er. Auch deshalb wollte er nun kurz vor Weihnachten nochmals vorbeikommen.

Bereits vorab hatte Yanar Geschenke geschickt, Spiele, T-Shirts, DVD mit seinen Programmen, Autogrammkarten, die er nun verteilt. Michaela Döring hatte einige Kinder und Jugendliche ausgewählt, die ihn aus dem Fernsehen kannten. Und Yanar macht bei den Einzel-, wie bei den Gruppenbesuchen einen ziemlich lockeren Eindruck, plaudert mit Erik ausgiebig über Katzen und deren Eigenheiten, mit einem anderen Jungen über Computerspiele. In der Küche auf der Station backen einige Mütter mit ihren Kindern Weihnachtsplätzchen und drücken ihm kurzerhand ein Wellholz in die Hand. „Ich in der Küche – meine Freundin würde vor Glück heulen, wenn sie das sehen könnte“, sagt er. „Ich kann essen, aber nicht backen.“

In der Tagesklinik bringt ihm ein Mädchen, das sich erst nicht so recht ins Zimmer traut, ein Buch als Geschenk mit, in dem krebskranke Kinder – darunter auch sie selbst – von sich vor und nach der Therapie erzählen. Yanar nimmt sie in den Arm. Immer wieder posiert er während seines Besuchs bereitwillig mit Eltern und Kindern. Auch etliche Krankenschwestern und Pfleger nutzen die Gelegenheit zu einem Foto vom TV-Promi.

Jetzt plant er eine bundesweite Erik-Tour

Für die Kinder und Jugendlichen auf den Stationen, sagt Michaela Döring, „sind solche Glücksmomente unheimlich wichtig. Sie lassen die Krankheit und die Therapie kurzzeitig vergessen.“ Solange solche Überraschungen liebevoll geplant seien, würden dadurch unglaubliche Kraftreserven freigesetzt. „Wir versuchen immer, so was möglich zu machen“, sagt Döring. Und Yanar, der sich auch sonst vielseitig engagiert – etwa mit Clips zu Erster Hilfe, als prominenter Unterstützer der Anti-Pelz-Kampagne der Tierschutzorganisation Peta oder als Projektpate für „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ – kommt wohl gerne wieder. Zumal er als nächstes Projekt eine bundesweite „Erik-Tour“ plant, mit der nochmals Geld für die Krebsstationen gesammelt werden soll. „Das machen wir“, sagt er zu Erik. Und der: „Das wäre cool.“

Info Das nächste Mal live zu sehen ist Kaya Yanar am Freitag, 20. Februar, in der Stadthalle Reutlingen.

Comedian Kaya Yanar besuchte krebskranke Kinder
Was guckst du? Der Comedian Kaya Yanar war auch mit Mundschutz lustig. Hier brachte er auf der Kinderkrebsstation des Tübinger Klinikums Erik zum Lachen.

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17.12.2014, 12:00 Uhr

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