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Sprühbücher und kabellose Kreide

Comedystube zauberte sich in die neue Saison

Die Comedystube hat im Sudhaus ihr angestammtes Domizil. Zum Start in die neue Spielzeit luden die Moderatoren Helge Thun, Christine Prayon und Udo Zepezauer drei Zauberer und eine Klavierkabarettistin zum Gastspiel ins Sparkassen-Carré ein.

15.09.2010
  • Stephan Gokeler

Tübingen. Wochen vorher waren die Karten für den Comedystuben-Auftakt im Haus der Kreissparkasse auf den Mühlbachäckern vergriffen. Nicht anders ist es regelmäßig bei den Vorstellungen im Sudhaus. Die wichtigste Neuerung der neuen Spielzeit ist deshalb, dass es die Comedystube von Februar an doppelt gibt: Das jeweilige Programm wird außer zum traditionellen Termin am ersten Montag eines jeden Monats zusätzlich bereits am Sonntagabend zuvor im Sudhaus gespielt.

Sonst bleibt offenkundig auch in der fünften Saison alles beim Alten. Die bewährten Standards des Moderatoren-Trios wie der zuverlässig scheiternde Versuch Helge Thuns, die schwäbische Staatsbürgerschaft auf dem Einbürgerungsamt zu erlangen, oder der Stuhlkreis der Anti-Aktions-WG und der aktuelle „Tagesthemen zum Sonntag“-Kommentar von Christine Prayon sind weiterhin mit an Bord. Ebenso die Überraschungsgäste der Comedystube, die weitgehend unbekannte Nachwuchstalente oder auch arrivierte auch Kabarettisten und Comedians sein können.

Am Montag waren dies drei Zauberkünstler aus München sowie die Stuttgarter Chansonnière Tina Häussermann. Sie zeigte erste Ausschnitte aus ihrem in Arbeit befindlichen Programm unter dem Titel „Die Letzte beißt den Hund“ und sang – erkennbar schwanger oder in ihren eigenen Worten „untervermietet“ – Hohelieder auf die Selbstbefriedigung, Toiletten auf Autobahnraststätten und fernöstliche Meditationstechniken.

Während Christine Prayon angesichts der Proteste gegen Stuttgart 21 über „radikale Schwabisten“ und Rädelsführer, die in einer Höhle unter dem Schlosspark vermutet werden räsonierte, ging es im monatlichen Literaturtalk „Anne Will – doch Christine darf“ mit Helge Sloterthun und Udo Zepanski unter dem Titel „Kurts Kuh furzt“ um zeitgemäße Adaptionen des Jandl-Klassikers „Ottos Mops hopst“. Fazit: „Schnurz, knurrt Kurts Kuh kurz.“

Den Hauptteil des Programms bestritten aber an diesem Abend die Zauberkünstler. Thomas Fraps, Ben Profane und Gaston treten in München kollektiv als „Magic Muppets“ auf. In Tübingen zeigten sie neben einer fulminanten gemeinsamen Nummer zum Abschluss Szenen aus ihren jeweiligen Soloprogrammen. Während es bei Ben Profane vor allem krachte und knallte, gab Gaston in seiner Rolle als Gunter den verzweifelten Zauberer, der trotz bester Vorsätze und des Besuchs einer Selbsthilfegruppe nicht vom magischen Handwerk lassen kann. In seiner Sucht gefangen gibt er sich sogar der „Beschaffungszauberei“ unter unwürdigen Umständen hin. Keine Handbewegung kann er machen, kein Kleidungsstück anziehen oder ablegen, kein Gespräch führen, ohne dass plötzlich irgendwelche Gegenstände auftauchen, verschwinden oder neue Gestalt annehmen.

Thomas Fraps ist von Haus aus Physiker, was für einen „Elementarteilchen-Zauberer“ keine schlechte Voraussetzung ist. Die Kunst der „quantenkryptographischen Verschlüsselung“ mittels wilder „randomisierter Armbewegungen“ führte er am Beispiel von Büchern vor. Unbeteiligte Zuschauer ließ er zufällig Wörter aus Büchern auswählen, die dann mit Hilfe einer „wireless chalk“, vulgo einer kabellosen Kreide, oder mittels „Sprühbüchern“ in Form von Mund- oder Deosprays an ihn übertragen wurden. Eifrig und begeistert übte sich das Publikum in seiner von Fraps zugewiesenen Kernkompetenz des „sich wunderns“.

Info: Noch Karten erhältlich sind für die Comedystube im Sudhaus am 4. Oktober, 1. November, 6. Dezember und 3. Januar. Von Februar an dann jeweils am ersten Sonntag und ersten Montag jedes Monats.

Comedystube zauberte sich in die neue Saison
Eine Zuschauerin sucht aus einem Buch ein Wort heraus, behält es vermeintlich für sich, aber auf wundersame Weise wandert es zu Zauberer Thomas Fraps. Wenn seine „Assistentin“die Tafeln umdreht, steht es schon da: Prinzip. Na so was.Bild: Metz

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15.09.2010, 12:00 Uhr

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