Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Blessing: Abschiedsgeschenk für Aktionäre

Commerzbank-Chef verlässt zweitgrößtes deutschen Geldhaus

Die Commerzbank-Aktionäre können sich erstmals seit sieben Jahren wieder auf eine Dividende einstellen. Dies kündigte Vorstands-Chef Martin Blessing an, der das Institut 2016 verlassen wird.

03.11.2015
  • ROLF OBERTREIS

Frankfurt Die Commerzbank will erstmals seit 2007 und damit erstmals in der mittlerweile achtjährigen Amtszeit von Vorstandschef Martin Blessing wieder Geld an ihre Aktionäre ausschütten. "Aus heutiger Sicht plant der Vorstand, eine Dividende in Höhe von 20 Cent je Aktie vorzuschlagen", sagte Blessing, der in einem Jahr sein Amt niederlegen wird, bei der Vorlage der Neun-Monatszahlen. Davon würden auch der Bund und damit der Steuerzahler profitieren, der mit 15 Prozent an der Commerzbank beteiligt ist.

In den ersten neun Monaten konnte die zweitgrößte deutsche Geschäftsbank ihren Gewinn um mehr als 60 Prozent auf 853 Mio. EUR steigern - auch wenn er im dritten Quartal wegen höherer Steuerzahlungen um rund 8 Prozent niedriger lag als ein Jahr zuvor.

Blessing zeigte sich über die Zahlen erfreut. "Der Turnaround der Commerzbank ist auf Kurs." Die Bank habe Erträge und Ergebnis gesteigert und die Kapitalquoten deutlich gestärkt. Insgesamt will die Bank rund 250 Mio. EUR ausschütten. Zuletzt hatte sie für 2007 eine Dividende von 1 EUR gezahlt.

Der Vorstandschef hatte am Vortag mitgeteilt, dass er seinen im September 2016 auslaufenden Vertrag nicht verlängern werde. Allgemein war damit gerechnet worden, dass Blessing weitere fünf Jahre dran hängt. Der 52-jährige Banker, der die Bank seit Mai 2008 führt, will sich nach eigenen Worten neuen Herausforderungen stellen. Details nennt er nicht.

2015 ist schon jetzt das erfolgreichste Jahr für Blessing. Wenn es tatsächlich eine Dividende gibt, wäre es die erste in seiner Amtszeit. Den Betriebsgewinn steigerte die Bank von Januar bis September von 924 Mio. EUR auf 1,5 Mrd. EUR, im dritten Quartal von 343 auf 429 Mio. EUR. Dort wurden allein im dritten Quartal netto 87 000 neue Kunden gewonnen. Der Betriebsgewinn stieg von 350 Mio. EUR auf 560 Mio. EUR.

Zudem profitiere die Bank von der guten Qualität der ausgereichten Kredite, von einer weiter auf 146 Mio. EUR gesunkenen Risikovorsorge und von der guten Verfassung der deutschen Wirtschaft. Die Bank konnte das Volumen der problematischen Immobilien- und Schiffsfinanzierungen um weitere 5 Mrd. EUR abbauen. Allein letztere wurden auf weniger als 10 Mrd. EUR mehr als halbiert, wie Finanzvorstand Stephan Engels betonte. Bei Immobilienfinanzierungen sind es 12,5 Mrd. EUR - 4 Mrd. EUR weniger als Ende Juni.

Commerzbank-Chef verlässt zweitgrößtes deutschen Geldhaus
Commerzbank-Chef Martin Blessing wird die Bank nach Ablauf seines Vertrages im Oktober 2016 verlassen. Foto: afp

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

03.11.2015, 12:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball