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Kommentar

Crash in Zeitlupe

03.03.2018
  • JOCHEN WITTMANN

London. Wie lässt sich aus dem Brexit ein Erfolg machen? Nach Ansicht von Pascal Lamy, dem Ex-Chef der Welthandelsorganisation, käme das der Aufgabe gleich, „aus einem Omelette ein Ei machen zu wollen“. Großbritanniens Premierministerin Theresa May ist nicht zu beneiden. Sie steckt in einer schier unmöglichen Position: Eingeklemmt zwischen den Hardlinern in ihrer konservativen Partei und einer Opposition, die einen weichen Brexit verlangt, muss sie einen Seiltanz vollbringen, der aller Voraussicht nach an der Realität scheitern wird.

Ihr Ansatz der „ambitionierten gelenkten Divergenz“ hat bisher wenig Zustimmung in Brüssel erfahren. Für EU-Chefunterhänndler Michel Barnier läuft der Versuch, bei einzelnen Wirtschaftsfeldern unter EU-Aufsicht zu bleiben, bei anderen aber ausscheren zu wollen, auf Rosinenpickerei hinaus. Ein solcher Ansatz könnte den Bestand des Binnenmarktes untergraben, und eine Gefährdung ihres Geschäftsmodells kann sich die EU beim besten Willen nicht leisten. Auf viel Entgegenkommen darf May daher nicht hoffen. Der Brexit sieht immer mehr wie ein Crash in Zeitlupe aus.

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03.03.2018, 06:00 Uhr

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