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Nicht mal mehr gezuckt

Crosstriathlon: Mark Weichert Siebter bei der WM auf Hawaii in seiner Altersgruppe

Nachdem es im Vorjahr aufgrund einer Thrombose nicht mit der WM-Teilnahme für Mark Weichert geklappt hatte, war das Aufeinandertreffen der weltbesten Crosstriathleten das große Ziel des Mühleners im Jahr 2015. Nun war es soweit: Beim Wettkampf auf Hawaii erreichte Mark Weichert den 70. Gesamtplatz, was Platz sieben in seiner Altersklasse 40-44 bedeutete.

19.11.2015

Von Peter strigl

Maui/Hawaii. Nachdem die Idee teilzunehmen vergangenes Jahr noch aus einer spontanen Laune heraus geboren wurde, hatte Mark Weichert in diesem Jahr die Chance, sich länger und professioneller vorzubereiten. Die Qualifikation erfolgte wie bereits beim ersten Mal über den Crosstriathlon X-Terra auf Malaysia, wo Weichert Dritter seiner Altersklassenwertung wurde. Seitdem bereitete er sich akribisch auf die Teilnahme auf Hawaii vor, mit dem Ziel, im besten Fall sogar den Sieg in seiner Altersklasse holen zu können. So nahm er auf dem Weg nach Maui sportliche Großereignisse wie die Europameisterschaft quasi als Trainingseinheiten mit.

Ganz nach oben aufs Siegertreppchen gereicht hat es am Ende jedoch nicht: „Zu gewinnen war illusorisch?, gestand Weichert nach dem Rennen ein. „Aber ich war nur zwei Minuten vom dritten Platz weg, das Treppchen wäre schon schön gewesen.? Den Podestplatz verspielte er am letzten Anstieg der Laufstrecke. Auf den finalen drei von elf Kilometern ereilte ihn ein Tief, sodass er vom vierten auf den siebten Platz zurückfiel.

Die an der „40? auf der Wade zu erkennenden Age-Group-Athleten zogen dort am schwächelnden Mark Weichert vorbei. „Normalerweise bin ich niemand, der dann aufgibt, da habe ich aber nicht mal mehr gezuckt.? Bis dahin habe er eigentlich ein gutes Gefühl gehabt.

Beim Schwimmen in der Brandung von Maui waren die Bedingungen am Renntag aufgrund des niedrigen Wellengangs perfekt ? noch wenige Tage vorher hatte es mehrere Meter hohe Wellen gegeben. Obwohl ihm im Gedränge im Wasser zweimal die Schwimmbrille von den Augen geschlagen wurde und er sich eine dicke Lippe holte, habe er das beste aus seinen Möglichkeiten herausgeholt, sagt der eher mittelmäßige Schwimmer rückblickend.

Auf der Radstrecke liegt hingegen die große Stärke des Ex-Profimountainbikers. Im Ziel wurde er gar von einem anderen Athlet auf seinen guten Fahrstil angesprochen. Auf den anspruchsvollen 32 Kilometern kämpfte er sich trotz zahlreicher Engstellen und Behinderungen Stück für Stück an den anderen Fahrern vorbei. In der Wechselzone habe er dann an den wenigen fehlenden Fahrrädern gemerkt, wie weit vorne er liege.

Auch nach dem Wechsel zum Laufen habe er sich zuerst noch gut gefühlt, bis eben zu jenem Anstieg, der ihn letztendlich um die Hoffnung aufs Podium brachte. „Schade daran ist, dass man erfahrungsgemäß die letzte halbe Stunde am besten in Erinnerung behält ? und die war nicht so schön?, sagt Weichert. Trotzdem freue er sich über die Erfahrung und lobt Atmosphäre und Organisation des Events. Gewonnen hat letztendlich der Schwede Martin Flinta, dessen Teilnahme in der Age-Group ? trotz Profilizenz ? allerdings für einige Irritationen sorgte.

Mark Weichert will sich nach den Strapazen erst einmal ausruhen: „Man muss halt gucken, was überhaupt zeitlich möglich ist. Ich habe Familie, Haus und einen verantwortungsvollen Job und es sollte ja auch immer noch Spaß machen.?

Trotzdem ist das nächste Event bereits angepeilt: Im nächsten Jahr will Mark Weichert den 70.3-Triathlon in Heilbronn bestreiten. Die 70.3-Triathlons sind Rennen über die Halbdistanz des Ironmans. Diese Erfahrung fehlt dem sportbegeisterten Mittvierziger noch und er rechnet sich auf der hügeligen Radstrecke gute Chancen aus, auch wenn diese nicht im Gelände, sondern auf der Straße ist. Trotzdem trägt sich der Familienvater dort nicht mit Siegesabsichten: „Ich will das nur zum Spaß machen.?

Strahlen trotz der Qualen: Crosstriathlet Mark Weichert aus Mühlen bei der Weltmeisterschaft auf Hawaii beim Lauf auf Sand.Privatbild

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Erstellt:
19. November 2015, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
19. November 2015, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 19. November 2015, 12:00 Uhr

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