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Gastronomie

Currywurst im Sitzen

28.12.2016
  • HELMUT SCHNEIDER

Die Top Ten der seltsamsten Ungleichbehandlungen bei der Mehrwertsteuer hätten das Zeug zu einem lustigen Ratespiel. Warum wird steuertechnisch zwischen Esel und Maulesel ebenso unterschieden wie zwischen Kanarienvögeln und Tauben? Was ist an gedruckten Büchern anders als an E-Books?

Kein Mensch kann das inhaltlich schlüssig erklären. Steuerrecht sollte zwar logisch und gerecht sein – in Wirklichkeit ist es historisch gewachsen und immer auch ein Mittel der Politik gewesen, bestimmte Interessens- und Wählergruppen bei Laune zu halten.

Spitzenreiter in der Bestenliste ist seit Jahren die Unterscheidung der Currywurst. Je nachdem, ob sie am Imbissstand oder in einer bestuhlten Lokalität zu sich genommen wird, ist ein unterschiedlicher Steuersatz fällig: 19 Prozent mit Stuhl, 7 Prozent am Stehtisch.

Die Gastronomie läuft dagegen seit Jahren Sturm, jetzt hat Deutschlands Obergastronom das Ärgernis wieder auf die Agenda gesetzt. Recht hat er. Und er hat die veränderten Verzehrgewohnheiten als zusätzliches Argument auf seiner Seite. Imbisse beim Bäcker und Metzger, Take-Away-Läden für alles mögliche und Tankstellen, die mehr Snacks verkaufen als Sprit – das alles setzt den Wirten zu. Dass sie die Gleichheit vor dem Steuergesetz fordern, ist nur allzu verständlich. Ob es hilft, ist freilich fraglich.

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28.12.2016, 06:00 Uhr

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