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Schweizer Fahnder auf Entdeckungstour

DFB-Affäre: Brisantes Dokument in Fifa-Akte

Die Schweizer Bundesanwaltschaft hat in der Affäre um die Fußball-WM 2006 in Deutschland möglicherweise eine entscheidende Rolle gespielt.

16.11.2015
  • SID

Zürich/Frankfurt Fahnder der Bundesanwaltschaft in der Schweiz haben bei ihren Ermittlungen zur Vergabe der WM-Endrunden 2018 in Russland und 2022 in Katar vor einigen Monaten in den Akten der Fifa ein brisantes Dokument aus dem Jahr 2005 entdeckt. Das berichtet die "Bild am Sonntag". Es habe sich um einen Brief des deutschen WM-Organisationskomitees 2006 an den Fußball-Weltverband Fifa gehandelt. Darin sei der Rückzahlungsweg der ominösen 6,7 Millionen Euro an Darlehensgeber Robert Louis-Dreyfus geregelt gewesen. Auf Anfrage habe sich die Schweizer Bundesanwaltschaft jetzt nicht zu der Angelegenheit äußern wollen, berichtete die "BamS" weiter.

Nach dem Fund des Dokuments im Sommer dieses Jahres habe Markus Kattner, der mittlerweile geschäftsführende Generalsekretär der Fifa, den seinerzeit amtierenden DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach in Kenntnis gesetzt. Niersbach hatte am vergangenen Montag die politische Verantwortung für die Ereignisse rund um die WM 2006 übernommen und war von seinem Amt zurückgetreten. Der vermeintliche Bestechungsversuch im Zuge der WM-Affäre ist Informationen der Tageszeitung "Die Welt" zufolge mangels Zustimmung des DFB-Präsidiums nicht umgesetzt worden. Einst führende Verantwortliche des Deutschen Fußball-Bundes sollen außerdem nicht nur Kenntnis gehabt, sondern das Schriftstück selbst aufgesetzt haben. Auch das berichtet "Die Welt" und nennt in diesem Zusammenhang Ex-Generalsekretär Horst R. Schmidt und den verstorbenen Gerhard Mayer-Vorfelder.

Schmidt bestritt dies jetzt allerdings vehement. "Nein. Ganz schlicht: nein! Das ist totaler Unsinn. Ich habe da nicht mitgewirkt", sagte er. Zuvor hatte er jedoch bestätigt, das Papier "im Jahr 2000 gesehen zu haben. Und ich glaube auch, dass ich nicht der Einzige war, der es gesehen hat."

Das "Beckenbauer-Dokument", ein auf den 2. Juli 2000 (vier Tage vor der WM-Vergabe) datierter, brisanter Vertragsentwurf, war in den Archiven des Deutschen Fußball-Bundes aufgetaucht. Es wurde von WM-Organisationsboss Franz Beckenbauer für die deutsche und dem früheren Fifa-Vize Jack Warner für die andere Seite unterschrieben. Die erheblichen Zusagen an Warner legen den versuchten Stimmenkauf vor der WM-Vergabe nahe.

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16.11.2015, 12:00 Uhr

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