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Favorit in vieler Namen

DFB-Präsident: Reinhard Grindel gilt als Topkandidat der Regionalverbände

In dem Kampf um das Amt des Verbandsobersten scheint der Schatzmeister des Deutschen-Fußball-Bundes die besten Karten zu besitzen, weil er auf die Unterstützung der mächtigen Landesfürsten setzen kann.

18.11.2015
  • SID

Hannover/Frankfurt Der "Boss auf Zeit" verzichtet, ein Quereinsteiger soll den Deutschen Fußball-Bund aus der tiefsten Krise der Verbandsgeschichte führen: Nach dem Willen der mächtigen Landesverbände soll DFB-Schatzmeister Reinhard Grindel Nachfolger des zurückgetretenen Präsidenten Wolfgang Niersbach werden. Dies bestätigte der derzeitige Interimspräsident Rainer Koch, der zugunsten Grindels auf eine eigene Kandidatur verzichtet.

"Es muss jetzt darum gehen, mit dem Ligaverband zu einer einvernehmlichen Lösung zu kommen", sagte Grindel: "Im Mittelpunkt unserer gemeinsamen Arbeit müssen die Konsequenzen aus der Affäre um das WM-OK 2006 stehen. Diese notwendige Arbeit in der Sache sollte nicht von einer Diskussion über Personen überlagert werden." Zuvor hatte sich auch schon Koch bewusst für ein "vereintes miteinander" der Profis und Amateure stark gemacht und Grindels Qualitäten hervorgehoben. "Er kennt alle im DFB anstehenden großen Aufgaben und Projekte. Er sollte daher allen gut vermittelbar sein", sagte Koch. Zuvor hatten sich die Landesfürsten in Hannover laut Koch "in großer Geschlossenheit, das heißt einstimmig" auf Grindel festgelegt.

Ligapräsident Reinhard Rauball, der die DFB-Geschäfte zusammen mit Koch infolge der Turbulenzen durch die WM-Affäre interimsweise führt, hatte zuvor in der FAZ allerdings vor einem Alleingang der Amateure gewarnt. "Die weitere Marschroute, was die Strategie, die Inhalte, die Termine und auch die Personen betrifft, sollte erst in der Präsidiumssitzung des DFB am kommenden Freitag besprochen, beschlossen und dann veröffentlicht werden", sagte Rauball.

Die Befürchtungen Rauballs versuchte Koch zu zerstreuen. Die Amateure würden ja "keinen Alleingang" vollziehen und "nur einen Vorschlag" unterbreiten, erklärte Koch: "Wir wenden uns an die Vertreter der Liga. Die Profis dürfen auch einen Vorschlag machen, den wir uns genauso anhören. Fakt ist, dass die Stimmenmehrheit nie missbraucht werden darf." Dennoch ist Grindels Aufstieg ins höchste Amt des größten Sportfachverbandes der Welt anscheinend nur noch Formsache. Die Amateure besitzen zwei Drittel der Stimmen - eine einfache Mehrheit genügt bei einem Außerordentlichen Bundestag zur Kür eines neuen Präsidenten.

Grindel, CDU-Bundestagsabgeordneter und stellvertretender Vorsitzender des Sportausschusses, ist erst seit 2013 Schatzmeister und hielt sich in den vergangenen Wochen auffallend zurück. Ob er die von vielen Seiten geforderte lückenlose Aufklärung des Skandals rund um die WM 2006 vorantreiben wird, wird zumindest angezweifelt. "Noch ist gar nichts aufgeklärt und schon beginnt das Postengeschachere beim DFB", so kritisierte Özcan Mutlu, Sportpolitiker der Grünen, in der Rheinischen Post: "Die alten Funktionärszirkel müssen zerschlagen werden. Es bedarf dringend einer Neuaufstellung des DFB mit transparenten Strukturen."

DFB-Präsident: Reinhard Grindel gilt als Topkandidat der Regionalverbände
Alles spricht jetzt dafür, dass er Wolfgang Niersbachs Nachfolger als DFB-Präsident wird: der gebürtige Hamburger Reinhard Grindel. Foto: dpa

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18.11.2015, 12:00 Uhr

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